13.02.2004 · Das Außenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten ist 2003 trotz der Dollar-Abwertung auf einen Rekordwert gestiegen. Die überraschend starke Ausweitung des Fehlbetrags allein im Dezember löste weitere Kursverluste des Dollar aus.
Das Außenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten ist 2003 trotz der Dollar-Abwertung auf einen Rekordwert gestiegen. Die überraschend starke Ausweitung des Fehlbetrags allein im Dezember löste weitere Kursverluste des Dollar aus.
Der Fehlbetrag der weltgrößten Volkswirtschaft im Handel mit Waren und Dienstleistungen legte 2003 um 17 Prozent auf 489,38 Milliarden Dollar zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Zwar erhöhten sich die Ausfuhren begünstigt von der Dollar-Schwäche auf 1,016 Billionen Dollar. Zugleich stiegen die Einfuhren aber noch stärker auf 1,508 Billionen Dollar. Im Dezember betrug das Handelsbilanzdefizit nach vorläufigen Berechnungen 42,48 Milliarden Dollar und fiel damit deutlich höher aus als erwartet.
Greenspan sieht auch positive Effekte
Das hohe amerikanische Außenhandelsdefizit wird vor allem in Europa als eines der Hauptrisiken für den erhofften weltweiten Konjunkturaufschwung betrachtet.
Der amerikanische Notenbank-Chef Alan Greenspan hatte in dieser Woche auf positive Effekte der Dollar-Abwertung für das Außenhandelsdefizit verwiesen. Denn ein schwächerer Dollar macht amerikanische Produkte im Ausland günstiger, was die Exportchancen erhöht. Da zugleich ausländische Produkte in den Vereinigten Staaten teurer werden und damit die amerikanischen Importe belastet werden, steigen insgesamt die Aussichten, daß das Defizit sich verringert.
Problematisch ist für die Vereinigten Staaten aber, daß die Dollar-Schwäche die Gefahren eines anziehenden Preisdrucks durch die so genannte importierte Inflation erhöht: Wenn immer mehr ausländische Produkte zu immer höheren Preisen importiert werden, legt die Teuerung insgesamt zu. Irgendwann zwingt dies die Notenbank Fed dann, die Zinsen anzuheben, was für Unternehmen und Verbraucher Kredite teurer macht.
Neuer Druck auf den Dollar-Kurs
Die Ausweitung des Außenhandelsdefizits und der überraschend starken Rückgang des Index des amerikanischen Verbrauchervertrauens der Universität von Michigan haben dem Dax am Freitag nachmittag Verluste beschert. Der Index lag am Nachmittag 0,9 Prozent im Minus bei 4084 Punkten. Der Euro kam als Reaktion auf die Veröffentlichung der Daten kurzzeitig bis auf 0,0005 Dollar an sein im Januar markiertes Rekordhoch von 1,2898 Dollar heran, file dann aber wieder auf Kurse um 1,2850 Dollar zurück.
Der Michigan-Index fiel im Februar auf 93,1 Punkte von 103,8 Zählern im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem leichten Rückgang auf 103,3 Stellen gerechnet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.396,14 | +1,41% |
| Dow Jones | 12.569,10 | +0,92% |
| EUR/USD | 1,2541 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 107,55 $ | +0,27% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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