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Konjunktur Amerikas Wirtschaft wächst langsamer

 ·  Das amerikanische Wirtschaftswachstum hat sich im zweiten Quartal zwar abgeschwächt, insgesamt jedoch etwas besser entwickelt als vorhergesagt. Dennoch wurden nur wenig neue Arbeitsplätze geschaffen.

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Das amerikanische Wirtschaftswachstum hat sich im zweiten Quartal zwar abgeschwächt, aber leicht besser entwickelt als von Volkswirten erwartet. Die größte Volkswirtschaft der Welt wuchs im Frühjahr mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 1,5 Prozent, teilte das amerikanische Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einer Wachstumsrate von 1,3 bis 1,4 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch mit einer revidierten Jahresrate von 2 Prozent gewachsen.

Wachstum dürfte nicht nennenswert anziehen

Treiber des Wachstums seien nachfrageseitig der private Konsum, der Export sowie Investitionen gewesen, erklärten das Büro für Wirtschaftsanalysen des Ministeriums. Allerdings legte der private Konsum, der mehr als zwei Drittel der Nachfrage ausmacht, so langsam zu wie seit einem Jahr nicht - nur noch um annualisiert 1,5 Prozent nach 2,4 Prozent im ersten Quartal. Dies war der Hauptgrund für die konjunkturelle Bremsung. Auch die Investitionen und die Staatsausgaben wuchsen langsamer. Beides lag aber über den Erwartungen. Der Export legte überraschenderweise recht stark mit einer Jahresrate von 5,3 Prozent zu.

Die meisten Volkswirte gehen nicht davon aus, dass das Wachstum im zweiten Halbjahr nennenswert anzieht. Die Arbeitslosigkeit ist für amerikanische Verhältnisse nach wie vor hoch. Im Juni stagnierte die Quote bei 8,2 Prozent. Es wurden nur wenig neue Arbeitsplätze geschaffen. An den Börsen gibt es die Hoffnung, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve im Sommer eine dritte Runde geldpolitischer Lockerung (QE3) einleiten werde. Damit ist ein großer Kauf von Anleihen durch die Zentralbank gemeint, um die Zinsen zu drücken und die Wirtschaft zu stimulieren. Da das Wachstum im Frühjahr aber etwas höher lag als erwartet, erhielt diese Hoffnung einen Dämpfer.

Paul Dales, Ökonom bei Capital Economics, hielt es für unwahrscheinlich, dass die Fed schon auf der nächsten Sitzung in der kommenden Woche die dritte quantitative Lockerung ankündigen werde. Auch später im Jahr sei dies keinesfalls ausgemacht. Die Fed dürfte sich von den neuen Zahlen kaum beeindrucken lassen, meinten Händler. Andere Ökonomen betonten die schwache Position der amerikanischen Volkswirtschaft. „Angesichts der Risiken ist es unwahrscheinlich, dass die Fed den Rest des Jahres nichts tun wird“, sagte Michael Hanson, Volkswirt bei der Bank of America. Die amerikanischen Wertpapierbörsen reagierten kaum auf die BIP-Daten. Zu Handelsbeginn starteten die Börsen mit leichten Gewinnen von 0,5 Prozent.

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

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