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Sonntag, 12. Februar 2012
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Konjunktur Amerikanisches Außenhandelsdefizit gestiegen

20.02.2003 ·  Im Dezember wie im gesamten Jahr 2002 hat sich das Defizit der amerikanischen Handelsbilanz ausgeweitet, und das überraschend deutlich.

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Das Außenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten hat sich im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordhoch von 435,2 Milliarden Dollar ausgeweitet. Während der Export um 2,5 Prozent abnahm, stieg der Import um knapp 4,0 Prozent.

Analysten erkannten in den am Donnerstag vom Handelsministerium vorgelegten Daten Hinweise für die anhaltende Konjunkturschwäche der wichtigen amerikanischen Handelspartner Westeuropa und Japan. Sie warnten aber, das hohe Handelsdefizit verstärke den Druck auf den Dollar. Nach Bekanntgabe der Zahlen gab die amerikanische Währung gegenüber dem Euro nach.

Der ebenfalls überraschend starke Anstieg der Erzeugerpreise im Januar gab den Experten dagegen kaum Anlass zur Sorge. Nach ihrer Ansicht hat die weltgrößte Volkswirtschaft weiter kein Inflationsproblem. Die Daten lösten an den Finanzmärkten kaum Reaktionen aus.

Amerikanischer Export rückläufig

Die kräftige Ausweitung des amerikanischen Außenhandelsdefizits 2002 beruhte unter anderem darauf, dass der Export das zweite Jahr in Folge zurückging. Die Ausfuhr nach Westeuropa sank auf das niedrigste Niveau seit 1997 und der Export nach Japan sogar auf den tiefsten Stand seit 1993. „Dies zeigt mir, dass die Weltwirtschaft nicht an Fahrt gewinnt oder sogar wieder schwächer wird", sagte Mark Vitner, Volkswirt bei Wachovia Securities.

Allein im Dezember weitete sich das Defizit zum Vormonat den Angaben nach um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 44,2 Milliarden Dollar aus. Im Handel mit Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Euro-Raums, stieg der Fehlbetrag auf 4,1 Milliarden Dollar und damit ebenfalls auf das höchste Niveau seit Beginn der Datenerfassung.

„Das sind keine guten Nachrichten", warnte David Wyss, Chefvolkswirt von Standard & Poor's (S&P) in New York. Sollte der Dollar weiter unter Druck kommen, würden die Schwierigkeiten für die Vereinigten Staaten deutlich. Amerika ist zur Finanzierung ihres Defizits auf ausländisches Kapital angewiesen. Bleiben die Investitionen aus, droht eine abrupte und massive Abwertung des Dollar.

Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Die Aussichten für die amerikanische Konjunktur werden aber nicht nur von den Sorgen über das hohe Handelsbilanzdefizit getrübt. Auch die Lage am Arbeitsmarkt bleibt weiter angespannt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche überraschend stark knapp über die Marke von 400.000. Viele Volkswirte gehen davon aus, dass die amerikanische Wirtschaft erst wieder an Fahrt gewinnt, wenn sich die Lage am Arbeitsmarkt spürbar verbessert.

Der vom Conference Board ermittelte Index der Frühindikatoren, der Hinweise für die Entwicklung der
US-Konjunktur in den kommenden Monaten gibt, ist im Januar nach Angaben des Forschungsinstituts leicht um 0,1 Prozent auf 111,2 Zähler gesunken. Das Conference Board sprach dennoch von einem positiven Trend der vergangenen Monate, der ein baldiges Anziehen der Konjunktur erwarten lasse.

Schlechte Nachrichten kamen erneut aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia sank im Februar unerwartet stark von 11,2 auf 2,3 Zähler, signalisiert mit einem positiven Wert aber weiter ein Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes der Region im Osten der USA. Die Unsicherheit angesichts eines drohenden Irak-Kriegs belaste den Sektor, teilte die regionale Notenbank mit. Auch die Aussichten blieben trübe, was die Hoffnungen auf eine rasches Ende der Krise in der US-Industrie dämpfte.

Erzeugerpreise steigen stark

Für eine Überraschung sorgten am Donnerstag auch die Inflationsdaten des Arbeitsministeriums. Die Erzeugerpreise stiegen demnach im Januar vor allem wegen teurerer Autos und Energieprodukte um 1,6 Prozent und damit so stark wie seit 13 Jahren nicht mehr. Analysten hatten lediglich ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Ohne Energie, Nahrungsmittel und Autos ergab sich aber nach Analystenberechnungen nur ein Anstieg von rund 0,3 Prozent. „Die Daten enthalten nichts, was uns jetzt Sorgen bereiten sollte", sagte S&P-Chefvolkswirt Wyss. Außerhalb des Energie-Bereichs sei kein Inflationsdruck feststellbar.

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Von Johannes Ritter

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