29.07.2008 · Wer seinen Markt öffnet, verliert: Die Propaganda der Globalisierungsgegner vermochte auch die Regierungen vieler Länder einzuschüchtern. Das zeigt der Abbruch der Verhandlungen in Genf. Es fehlt der politische Mut, Handelsschranken einzureißen.
Von Heike GöbelDie Protektionisten haben sich durchgesetzt und die weitere Liberalisierung des Welthandels verhindert. Es steht in den Sternen, wann die Welthandelsorganisation (WTO) den Gesprächsfaden der Doha-Runde wiederaufnehmen kann, vor den amerikanischen Wahlen im Herbst wird das kaum mehr gelingen. Der Abbruch der Verhandlungen zeigt, dass es die Kritiker der Globalisierung geschafft haben, die Regierungen in vielen Ländern einzuschüchtern. Allen Fakten über die wohlfahrtssteigernde Wirkung des Handels zum Trotz hat die Propaganda der Globalisierungsgegner ihre Wirkung getan. Vielerorts überwiegt in der Öffentlichkeit der Eindruck, wer seinen Markt öffne, verliere.
So fehlt der politische Mut, Handelsschranken einzureißen. Das schmälert die Wachstumschancen für alle. Gleichwohl wird der Welthandel nun nicht zum Erliegen kommen. Handel und Arbeitsteilung werden auch ohne die Doha-Runde zunehmen, dann eben vermehrt über regionale Handelsabkommen, von denen vor allem die stärkeren Handelspartner profitieren. Verpasst wurde in Genf auch die Gelegenheit, gegen die abflauende Konjunktur und Finanzkrise ein Zeichen des Aufbruchs zu setzen.
Heike Göbel Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.
Jüngste Beiträge
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?