27.05.2011 · Das vor einem Jahr beschlossene Hilfsprogramm des IWF und der Euro- Staaten ist gescheitert. Doch wie vor einem Jahr kann Griechenland auch jetzt darauf bauen, dass wieder Geld fließt.
Von Werner MusslerEs kann wahrlich niemanden überraschen: Griechenland steht im kommenden Jahr vor einer „Finanzierungslücke“. Alles spricht derzeit dafür, dass dies nur eine vornehme Umschreibung ist. Griechenland ist nicht nur illiquide, Griechenland ist pleite. Das Auftreten der Lücke bedeutet nichts anderes, als dass das vor einem Jahr beschlossene Hilfs- und Anpassungsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro- Staaten gescheitert ist.
Wenn jetzt unzählige Spar- und Privatisierungsappelle auf die Regierung in Athen niedergehen, liegt die Frage nahe: Warum soll künftig funktionieren, was im vergangenen Jahr offenbar nicht hinreichend funktioniert hat?
Die Appelle wirken reichlich hohl, weil sie schon mit angedeuteten weiteren Hilfszusagen verknüpft sind. Wie vor einem Jahr kann Griechenland auch jetzt darauf bauen, dass wieder Geld fließt.
Wenn es nicht vom IWF kommt, kommt es von den Euro-Staaten. Die damit verknüpften Auflagen werden zweifellos hart sein, aber in ihrer Härte auch unglaubwürdig: Sie gelten nur bis zur nächsten Finanzierungslücke. Dann wird abermals gutes Geld schlechtem hinterhergeworfen. Welcher Parlamentarier will das noch verantworten?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2390 | +0,16% |
| Rohöl Brent Crude | 103,34 $ | +0,09% |
| Gold | 1.540,00 $ | −2,50% |
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