Es hat Ironie, dass der Softwarekonzern Microsoft zu den treibenden Kräften hinter den Kartellermittlungen gegen das Internet-Unternehmen Google gehört. Schließlich war Microsoft selbst lange im Visier der Behörden. Im Kern sind die Fälle ähnlich: Microsoft wurde beschuldigt, die Dominanz seines Betriebssystems Windows auszunutzen und auf Kosten der Wettbewerber andere Angebote mit dem Programm zu bündeln. Bei Google geht es um die Frage, ob der Konzern seine marktbeherrschende Suchmaschine auf unzulässige Weise einsetzt, um eigene Dienste besser zu plazieren als die der Konkurrenz. Darüber haben die Wettbewerbshüter zu entscheiden.
Die Aussicht auf ein Kartellverfahren ist für Google beunruhigend, wie Microsoft nur zu gut weiß. Microsoft kam zwar glimpflicher davon als zunächst gedacht. Aber die Kartellverfahren waren ein Image-Desaster und haben das Unternehmen gebremst. Das kann Google nicht gebrauchen: Dem Konzern geht es zwar noch glänzend, aber sein Ruf als Innovationsführer ist angekratzt, der Druck aufstrebender Konkurrenten wie Facebook nimmt zu. Ein längeres Wettbewerbsverfahren wäre daher eine gefährliche Ablenkung.
früh übt sich was ein Multi ist
Barbara Bermann (Barbarella-)
- 25.06.2011, 10:22 Uhr
Ach Gottchen.
Eduardo Preuß (windei)
- 25.06.2011, 14:34 Uhr