Die Akteure an den Finanzmärkten haben dem Treiben in Washington bisher relativ gelassen zugesehen. Bis vor kurzem galt es als abgemachte Sache, dass die amerikanischen Politiker noch rechtzeitig einen Kompromiss in der Schuldendebatte finden würden. Es war zwar klar, dass sich Vertreter beider Parteien während der Debatte mit radikaleren Positionen profilieren würden.
Am Ende, so wurde an den Börsen unterstellt, würde allerdings die Vernunft siegen und eine Lösung präsentiert. Immerhin geht es darum, eine drohende Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt zu verhindern. Ob das noch rechtzeitig klappt, ist nun keinesfalls mehr sicher. Die Reaktion der Börsen am Montag signalisiert jedenfalls eine wachsende Nervosität.
Dass die Kurse an den Finanzmärkten nicht noch stärker gefallen sind, ist aber nicht einem noch verbleibenden Glauben an die Kompromissfähigkeit amerikanischer Politiker zu schulden. Viele Marktteilnehmer sind sich offenbar gar nicht sicher, was sie im Ernstfall machen sollen. Diese Unsicherheit könnte sich sogar in Panik an den Märkten wandeln. Ob dieses Signal in Washington schon angekommen ist, ist unklar. Die Zeit dafür drängt.