08.07.2010 · Die Politik muss dringend das europäische Patentrecht präzisieren. Die Versuche großer Konzerne, sich über Umwege Kühe, Schweine oder Brokkolipflanzen patentieren zu lassen, führen in eine irrwitzige Sackgasse.
Von Henrike RoßbachEin Patent ist eine sinnvolle Sache. Wer etwas erfunden hat, kann seine Erfindung vor den ideenlosen Kopisten dieser Welt schützen. Es soll sich lohnen, Zeit und Geld in die Forschung zu stecken. Ein Patent ist aber auch ein Monopol auf Zeit, und wie jedes Monopol birgt es Tücken - höhere Preise etwa oder eine Verzögerung des Fortschritts.
Besonders tückisch sind Patente auf Dinge, die sich nicht in einer technischen Zeichnung darstellen lassen. Es ist richtig, dass neue technische Verfahren patentierbar sind, auch in der Biotechnologie. Es ist aber nicht richtig, wenn das, was der Augustinermönch Gregor Mendel schon vor 150 Jahren tat - kreuzen, selektieren, rückkreuzen -, plötzlich mit Patenten belohnt wird.
Noch fataler ist es, wenn solche Patente nicht nur das Verfahren zur Identifizierung der besten Milchkuh schützen, sondern gleich die ganze Kuh und ihre Kälber. Und das, obwohl das entsprechende Milchgen nicht neu erfunden, sondern bloß entdeckt wurde. Damit so etwas nicht Schule macht, sollte die Politik das europäische Patentrecht dringend präzisieren.
Europäisches Patentrecht
Erwin Steinhauer (hauer2)
- 08.07.2010, 17:41 Uhr
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