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Kommentar Weniger fürs Alter

10.12.2003 ·  Die Entscheidung der Allianz Leben die Überschußbeteiligung der Kunden für das kommende Jahr zu senken, ist keine Überraschung. Lebensversicherer können eben nicht mehr an ihre Kunden verteilen, als aus den Kapitalanlagen erwirtschaftet wird.

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Die Entscheidung der Allianz Leben, des deutschen Marktführers in der Sparte Lebensversicherung, die Überschußbeteiligung der Kunden für das kommende Jahr zu senken, ist keine Überraschung. Auch daß sich die Allianz Leben für eine Senkung um 0,8 Prozentpunkte auf jetzt noch 4,5 Prozent entschieden hat, hält sich im Rahmen der allgemeinen Erwartung, der allerdings von einigen Ausreißern nach oben wie nach unten gesprengt wird.

Lebensversicherer können eben nicht mehr an ihre Kunden verteilen, als aus den Kapitalanlagen erwirtschaftet wird. Diese Erträge haben sich mittlerweile den für die Kalkulation verwendeten Rechnungszinsen (Garantiezinsen), die je nach Vertragszeitpunkt zwischen 3 und 4 Prozent liegen, stark genähert. Das hat jetzt in der Branche Überlegungen ausgelöst, die Überschußsätze nach der Höhe der Garantiezinsen zu differenzieren. Denn wer einen hohen Garantiezins erwirtschaften muß, hat dafür bei vergleichsweise niedrigen Gesamterträgen nur noch einen eingeengten Spielraum. Aber weder in der Diskussion darüber mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) noch untereinander in Erörterungen mit Versicherungsmathematikern hat sich in dieser Frage bislang eine einheitliche Linie durchgesetzt.

Vor leichtfertigem Handeln sei gewarnt: Eine neue Politik differenzierter Überschüsse könnte das ohnehin nicht durchschaubare Produkt Lebensversicherung zusätzlich belasten.

Quelle: Erl., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2003, Nr. 288 / Seite 22
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