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Kommentar Vorbild

24.10.2003 ·  Kno. Auf den Börsengang der marktführenden Internetsuchmaschine Google wartet die Technologiebranche sehnsüchtig. Schon seit zwei Jahren heißt es, die Krise sei zu Ende, wenn Google endlich den Schritt auf das Börsenparkett wage.

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Kno. Auf den Börsengang der marktführenden Internetsuchmaschine Google wartet die Technologiebranche sehnsüchtig. Schon seit zwei Jahren heißt es, die Krise sei zu Ende, wenn Google endlich den Schritt auf das Börsenparkett wage. Nun deutet alles darauf hin, daß es im nächsten Frühjahr soweit sein wird. Google erfüllt tatsächlich alle Voraussetzungen, mit den Vorurteilen gegenüber unprofitablen Börsenneulingen aus dem Technologiesektor aufzuräumen. Das Unternehmen hat eben nicht nur einen weltbekannten Namen und viele Besucher seiner Internetseite, sondern auch zahlungskräftige Kunden. Zudem verdient Google Geld - mit einer solchen Kombination konnte noch nicht einmal ein Silicon-Valley-Pionier wie Apple bei seinem Börsengang glänzen. Doch sollte der Google-Jubel im Valley und anderswo noch nicht zu laut ausfallen. Die Idee, die Aktien über die Börse zu verkaufen, könnte zwar den Preis maximieren. Doch läuft Google so auch Gefahr, sehr schnell einen Börsenkurs zu sehen, der unter den Emissionspreis fällt. Zudem könnte ein solches Verfahren zu einem instabilen Aktionärskreis führen, da institutionelle Investoren zu kurz kommen dürften. Beides wäre für andere Technologieunternehmen auf der Suche nach Kapital ein schlechtes Zeichen. Google sollte sich daher auch bei der Ausgestaltung des Börsengangs seiner Vorbildfunktion bewußt sein.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2003, Nr. 248 / Seite 11
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Von Holger Steltzner

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