Während die Finanzmärkte viele Wochen in der Hoffnung auf billiges Geld geschwelgt haben, ist die Stimmung der deutschen Realwirtschaft deutlich gesunken. Trotz vermeintlicher EZB-„Wunderwaffe“ ist die Euro-Krise nicht gelöst. Die Peripheriestaaten rutschen immer tiefer in die Rezession. Zudem kühlt sich die Konjunktur in wichtigen Schwellenländern ab. Beides wirft Schatten auf die exportorientierte deutsche Industrie.
Nach dem fünfmaligen Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas ist nicht auszuschließen, dass die Wirtschaftsleistung im Sommerquartal und vielleicht auch im Herbst sinkt. Zwei Quartale mit negativem Wachstum wären nach der technischen Definition eine Rezession.
Das wäre noch kein Beinbruch, bislang ist es nur eine Delle nach mehr als zwei Jahren überraschend guter Konjunktur. Doch nun fällt die deutsche Wirtschaft zurück. Es besteht das Risiko eines stärkeren Übergreifens der Euro-Krise.
Nicht nur der Außenhandel ist dadurch gefährdet. Noch schwerer wiegt, dass verunsicherte Unternehmen Investitionen zurückstellen. Als Stützen für die Konjunktur bleiben der Wohnungsbau und der private Konsum - solange die Euro-Krise nicht eskaliert.