05.02.2012 · Was Griechenland braucht, ist kein Marshall-Plan, sondern gute Institutionen. Mit Geld kann man Vertrauen nicht kaufen. Rechtssicherheit ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass unternehmerische Investitionen sich lohnen.
Von Rainer HankRichtlinien für Lesermeinungen
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Für diese längst überfälligen Wahrheiten. Die Bofingers, Hickels und unsere Steinzeit-Keynesianer des letzten Jahrhunderts krallen sich mit sektiererischer Realitätsverdrängung an die Vorstellung, jedes Problem mit gedrucktem Geld zuschütten zu können. Wer dieser absurden Idee huldigt, sollte sich einmal zum Beispiel in Sizilien umschauen, wo der Geldfluss aus Rom und Brüssel nicht nur zu gigantischen Fehlallokationen, sondern auch noch zu einer Alimentierung mafiöser Strukturen geführt hat. Eine analoge Entwicklung - ohne die gewaltkriminelle Energie, aber mit der Ausplünderung der Gesellschaft - gibt es auch in Griechenland. Hier noch weiter Geld hinzuschicken, ohne dass Griechenland endlich ein normal funktionierender Staat wird, wäre verantwortungslos.
Bravo!
So wird ein Schuh daraus!
Von Herrn Hank habe ich mehrfach gute Artikel gelesen.
warum nicht solar-bongs (sic!)
öko ist ja nur francophonetisch für EU&Co., worin Sie auch gleich sowohl die sonnengöttliche Compagnei der euro-KumPanen (&circensen) als auch das dt-frz. Tandem (einer lenkt, der andere -wer wohl?- darf strampeln) zum Ausdruck gebracht finden. döt dEUt-schland im von Kiel Economics eingeflüsterten, mmedial geSpiegelten Konjunktur-Rausch ("von der Krise der anderen profitieren") wird doch den darbenden €-'Partnern' nicht das chillige, ähem billige hOpium verwehren. - Wie meinen? Ja, hier herrscht Hella WahnSinn - solange nicht das Rheingold vor der EuroDämmerung gerettet...
Wie vergeudet man in wenigen Jahren Hunderte Milliarden Euro?
Sehr guter Artikel, Herr Hank - sollten sich Frau Nahles, oder
Özzi, das Gratis-Fußballticket, die groß von
nötiger Solidariät und Unterstützung für GR
schwadronieren, einmal zu Gemüte führen.
Eine Bitte an die Redaktion:
viele Leser fragen sich, wie eigentlich ein so kleines Land innerhalb
weniger Jahre HUNDERTE von Milliarden an Schulden auftürmen kann.
Während gleichzeitig offenbar ebenfalls an die Hundert Milliarden
an Strukturhilfen nach GR geflossen sind.
Wo ist das ganze Geld geblieben? Ist das jemals recherchiert worden?
Sag mir, wo die Scheinchen sind... wo sind sie geblieben?
Griechenland hat einen Mindestlohn über dem des reformwilligen
Portugal, eine Arbeitslosigkeit unter der des reformwilligen Geberlandes
Spanien, geschätzte Fluchtgelder auf Auslandskonten von ca. 200
Milliarden Euro, ein 14. Monatsgehalt, äusserst originelle und
vielfach geradezu kreative Boni für alle Arten von
Staatsbeschäftigten, eine Beamtenschaft und eine Armee, die im
Verhältnis zur Bevölkerungszahl jedes Mass sprengt, jede Menge
überflüssiger, Geld verbrennender Staatsunternehmen, ein
üppiges System von griechischen Schulen im Ausland, keine
funktionierende Steuerverwaltung, es hat Unsummen von
EU-Fördermitteln erhalten (sie haben also den jetzt von linken
Gutmenschen geforderten Marshall-Plan schon verfrühstückt), ....
Es gibt Länder, denen es schlechter geht als Griechenland.
Und das Land ist nicht ohne Stärken: Ihre grösste ist das
Verpulvern von fremdem Geld. Und die zur Schau getragene Verwunderung
darüber, dass man ihnen nichts mehr geben will.
Marshalplan selbst Deutschland nicht helfen. Die Milliarden für die DDR haben es gezeigt. Es war damals ein anderers Volk mit anderen Werten; die Menschen hießen mit Vornahmen Manfred, Jutta, Hildegard, Herman, Gertrud, Annegret, Irmgard, Erika, Waltraud, Heiz und Heinrich, Friedberd, Bernhard usw. Die "Sekundärtugen" machen's aus. Bei uns sind sie noch halbwegs intakt, obgleich die Erosion mit jedem Jahr fortschreitet - in Südeuropa gibt es sie nur noch in der antiken Literatur.
Die klugen Polit-Ärzte in Brüssel und anderen deutschen
Hauptstädten übertreffen sich mit ihren Applikationen:
intramuskulär, intravenös, oral und rektal wird alles
appliziert, was dem einen oder anderen hilfreich erscheint: ein
Rettungsschirm nach dem andern, Target-Kredite bis zum Anschlag,
Gelddrucken der EZB durch Kauf wertloser griechischer Papierschnitzel
ohne Anschlag und jetzt noch ein sog. Marshall-Plan, beginnend mit der
Ausweitung der ohnehin schon irren deutschen Solarförderung auf
alle griechischen Dächer auf Kosten der deutschen Stromverbraucher?!
Die klugen Polit-Ärzte übersehen aber etwas ganz
Entscheidendes: Der Patient, um den sie sich so bemühen, ist seit
zwei Jahren tot. Nehmen sie denn den Leichengeruch immer noch nicht wahr?
Wie Griechenland noch gerettet werden kann
Der Kommentar von Rainer Hanke ist eine richtige und notwendige Kritik an dem o. a. Kommentar von Cerstin Gammelin in der SZ vom 02.02.2011.
Zweifele an Ihrer Idee, dass Rechtssicherheit Vertrauen für Griechenland und dessen Wirtsch. stärkt
Denn in allen Eurostaaten besteht ein Gewirr an Gesetzen und Behörden, auch in Deutschland, die teils riesige Unterschiede in den verschiedenen Staaten aufweisen. Und niemand kann ernsthaft fordern ein Gewirr durch das andere Gewirr zu ersetzen. Für die Vertrauensbildung kann also nur das Ergebnis zählen, d. h. die Fakten aus Einnahmen und Ausgaben oder das Wachstum der Volkswirtschaft. Wenn also ein Staat es nicht schafft seine Einnahmen den Ausgaben anzupassen. Und gleichzeitig die Volkswirtschaft seit Jahren ein negatives Wachstum hat, dann kann doch nur ein Ideologe sein Geld in diesen Staat investieren. Durch welche effiziente Behörde auch immer, Vertrauen wird so nie geschaffen. Sondern es kann nur eine Hilfe für Griechenland sein effiziente Behörden zu schaffen. Und ohne vertrauenswerte und effiziente Behörden darf Griechenland nicht weiter Euromitglied sein, schon gar keine Fördermittel erhalten.
Revolution der Lebensweise in drei Stunden zwischen griechischen 13 Uhr bis 16 Uhr
Wo sind Vandale und Bryan Hayes? Regierungsvorlage: Deusche Stromkunden sollen die Solarindustrie in Greichenland aufbauen. Wie solldas funktionieren?!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.02.2012 20:15 UhrDas soll ganz perfide geregelt werden, sehr geehrte Frau Wiegand:
Wie DER SPIEGEL berichtet, prüft die Bundesregierung Pläne,
die schrumpfende griechische Wirt-schaft mit Hilfe der deutschen
Stromkunden anzukurbeln. Man erwägt, die gesetzliche Förderung
erneuerbarer Energien auch für griechische Unternehmen zu
öffnen, die Strom ins europäische Elektrizitätsnetz leiten.
Kurz und knapp: Das wäre die Subventionierung in Griechenland
ansässiger Öko-Stromproduzenten über den Strompreis!
Schön nicht? Besonders attraktiv dürften die EUmanen diese
Idee deshalb finden, weil der Michel wieder einmal nicht mitbekäme,
dass eine neue „Steuer“ zu seiner Ausplünderung
eingeführt wür-de. Außerdem gilt doch:
„Öko“? Finde ich gut; immer und alternativlos.
Griechenland hat den Marshall-Plan nicht vor sich, sondern längst hinter sich
das ist Tatsache. Deshalb darf es auch keinen müden Cent mehr
für GR geben. Ja auch alle Transfers sind sofort zu stoppen und mit
den ergaunerten Transfers zu verrechnen.
Herr Vock und Herr Mueller haben das restliche bereits alles geschrieben.
Griechenland braucht eine Anpassung der Lebensverhältnisse an die
Leistungsbilanz. So oder so.
In welcher Form sie das machen ist letztlich schnuppe. Das ist auch ihre Angelegenheit.
Warum müssen wir uns darüber einen Kopf machen?
Fast richtig - aber komplett falsch
Institutionen bestehen aus Menschen. Griechen pflegen offensichtlich
eine Kultur der Verschleierung (EU Beitritts Verarsche mit Goldman
Sachs's Hilfe) und der Vetternwirtschaft.
Nun meinen Sie, man koenne per Institutionalisierung alles richten?
Warum reden fast alle an der Sache vorbei: Einer rotzfrechen, verzogenen
Goehr holt man da ab, wo es effektiv ist - auf keinen Fall mit
rationaler Hirnakrobatik.
"Mit Seide naeht man keinen groben Sack!" (Goethe)
Der Preis gegen Autoritaet zu verstossen, wird jedem Buerger eingepleut.
Im Grossen soll das nicht gelten?
Meine Idee dazu: Ja - Verluste realisieren, Ratingagenturen und
Banken/Versicherungen (muessen nach Ratingklassen anlegen) vor's UN Tribunal.
Griechen in die Wirklichkeit entlassen, ohne EU Alimente - dann wird das
Goehr durch's Leben kultiviert.
Was Griechenland braucht, ist kein Marshall-Plan
"Was Griechenland braucht, ist kein Marshall-Plan..."
wen interessiert hier denn noch, was griechenland braucht oder nicht braucht?
die griechen sollen machen, was sie wollen.
von mir aus koennen die griechen mit ihrem geld das matterhorn vergolden.
aber, bitte nur mit ihrem geld.
vielleicht waere es langsam an der zeit darueber nachzudenken, was
deutschland braucht?
also, naechster kommentar:
"verschwendung in der schuldenkrise".
was deutschland braucht.
Der Autor hat Recht. Nur ist die anstehende Aufgabe eine rein
griechische. Und hier fehlt schlichtweg der Wille, und das seit Jahrzehnten.
Griechenland hat an der Aufklaerung nicht teilgenommen. Das zeigt sich
immer mehr. Und weil die EU ein historisches Projekt ist, muss man diese
historische Wahrheit endlich zur Kenntnis nehmen. Die EU braucht eine
befreundete Peripherie, die solche Staaten aufnehmen kann. Zum Kern der
EU wird Griechenland auf absehbare Zeit nicht gehoeren.
Sehr guter Artikel, aber es muss auch angemerkt werden ..
das prozentual die genannten 20 Mrd. Fördergelder wohl durch mit der EU verbundene Ausgaben für die Erfüllung von EU-Bürokratieauflagen (was Politikern und Beamten immer genehm ist, da es für Staatsjobs und Karrierechancen sorgt) völlig kompensiert werden. Die Kosten für zusätzliche Verbraucherschutz-, Gleichstellungs-, Nichtraucher- und Klimaschutz-Bürokratie können für GR mit jährlich ca. 2 bis 5 Mrd. beziffert werden - was ungefähr den 20 Mrd. Förderungen 2007 - 2012 entspricht. Das ist nicht mit einem Marshall-Plan zu vergleichen, der sinnvollen Aufbau einer Infrastruktur und die Ermöglichung privater Investitionen zum Ziel hatte. Da ein solcher hier aber nicht abzusehen oder geplant ist und die nötigen Schitte genau die Abschaffung von Bürokratie wären (was sowieso kein Kapital erfordert, sondern nur Abbau von Staat und Privilegien) ist der Weg klar: Konkurs, Abstreifen der EU-Bürokratie, Neustart, evtl. neue Währung. Vielleicht sollten wir das aber lieber in D machen???
Kurz, bündig und sehr richtig, Herr Hank
An alle, die immer von einem "Marshall-Plan" für GR
faseln: Den haben die Griechen, nur unter anderen Namen und
Bezeichnungen, schon mehrfach von der EU, vornehmlich also von D,
erhalten. Sie haben die Chancen für ihr Land nicht genutzt, sondern
die Gelder vornehmlich verfrühstückt bzw. falsch investiert.
Z.B. wurden mit den Geldern u.a. Hochschulen, Unis, Straßen
gebaut, die keiner braucht, die Armee "totgerüstet", tote
Rentner bzw. deren Verwandte mangels Kontrolle alimentiert, angeblich
Blinde bestens versorgt, die eigene Wählerklientel mit
unproduktiven Posten versorgt und, und und...
Kurzum, das Land, vorneweg die sogen. "Eliten" haben sich
verhalten wie der Lottosoieler, der seinen Millionengewinn in
kürzester Zeit versemmelt hat. Dabei wurde das Land allerdings
unterstützt durch eine EU, also auch Deutschland, die dem Treiben
mehr oder weniger wort-und tatenlos zugeschaut hat. Erst dieses
Wegschauen hat es ermöglicht, daß es so kam, wie es gekommen ist.
.
Wir als Deutsche wissen, was die Griechen brauchen. Was für eine Anmaßung! Wir schauen durch unsere Brille. Lasst doch den Griechen ihre Webensart. Dazu gehört, dass sogar eine Mätresse die Regierungsgeschäfte führte. Wunderbar, das gab es früher auch in anderen Staaten. Die Länder dieser Welt sollten den Staub von ihrer Brille putzen. Sie werden dann erkennen, die Griechen brauchen ihre eigene Währung – so kann jeder Investor ihre liebenswürdige, besondere Lebensart sofort erkennen.
In Griechenland investieren...?
Es erscheint als wenig wahrscheinlich, dass eine Art
"Marshallplan" die schwache griechische
Wirtschaft auf erfolgreiche Beine bringen würde. Aus den enormen
Summen geliehenen
Kapitals hat der griechische Staat schließlich auch nicht viel
Vernünftiges gemacht. Das
viele Geld ist weg und hat der griechischen Wirtschaft nicht geholfen.
Wie sollte es
mit noch mehr geschenktem Geld aus anderen Ländern am Ende besser werden?
Rainer Hank Jahrgang 1953, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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