Es goss in Strömen und Wolfgang Porsche weinte, als im Juli 2009 endgültig klar war: Porsche hatte den Poker um die Übernahme des VW-Konzerns verloren. In höchster Not wurde sogar ein Investor aus Qatar an Porsche beteiligt. Doch so düster es damals aussah, so strahlend erscheinen jetzt die Perspektiven für die Familien Porsche und Piech.
Zwar wird das Sportwagengeschäft von Porsche über kurz oder lang zwischen Skoda und Seat, zwischen MAN und Scania in den VW-Konzern vollständig integriert, was Nostalgiker bedauern mögen. Doch an diesem VW-Konzern hält die von den Familien dominierte Porsche SE die Mehrheit – und damit ist das ursprüngliche Ziel letztlich doch erreicht: VW ist eine Art Familienunternehmen geworden, beherrscht von einer Holding in Stuttgart. Den Familien scheint der Status Quo ganz gut zu gefallen.
Von der einst angestrebten Verschmelzung mit VW ist gar nicht mehr die Rede, stattdessen stellt die Porsche SE die Weichen für die Zukunft: das erwirtschaftete Geld soll auch für andere Geschäfte eingesetzt werden können, von Mobilitätsdienstleistungen bis zum Handel mit erneuerbarer Energie. Im Klartext: Porsche entwickelt sich vom Sportwagenbauer zum Vermögensverwalter. Ein Grund zum Tränenvergießen ist das nicht.
Tränen werden fließen - wen es treffen wird, ist noch offen
Gottfried Lobeck (golo7)
- 25.06.2012, 22:18 Uhr