ami. Es ist rund ein Vierteljahrhundert her, daß der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt im Bundestag lauthals beklagte, er verstehe seine Stromrechnung nicht. Vieles hat sich seither zum Besseren gewandelt, nicht nur bei den Stromrechnungen. Doch sind die nach Auffassung der EU und der Bundesregierung noch lange nicht klar genug. Nun soll das neue Energiewirtschaftsrecht dem Verbraucher zu mehr Durchblick verhelfen. Das ist zu begrüßen, denn informierte Verbraucher sind mündige Konsumenten. Deshalb soll der Versorger seinen Strom künftig kennzeichnen und dem Kunden per Rechnung mitteilen, wieviel Wind, Wasser, Sonne, Braun- und Steinkohle, Gas und Kernkraft in seinen Strommix eingeflossen ist. Spiegelbildlich gehört dazu eine Umweltbilanz, vielleicht auch eine Information darüber, ob der Strom aus polnischen Kohlegruben oder französischen Atomfabriken importiert wurde. So weit, so gut fürs ökologische Bewußtsein. Wo aber bleibt das ökonomische? Nach wie vor fehlt eine Aufschlüsselung der Kosten, insbesondere jener 40 Prozent, die der Staat verursacht. Was der Kunde für Konzessionen, Ökosteuer oder zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie bezahlen muß, soll er auch künftig nicht erfahren. Soviel Transparenz ist dem rot-grünen Gesetzgeber dann doch zuviel. Vielleicht weil er fürchtet, die Bürger verstünden ihre Stromrechnung dann noch besser.