08.02.2010 · SAP-Patriarch Hasso Plattner baut die Führung des weltgrößten Firmensoftware-Anbieters radikal um. Einen Grund für den Abgang seines Vorstandssprechers Léo Apotheker bleibt Plattner schuldig. Seine Nachwuchsarbeit liegt im Chaos.
Von Carsten KnopEinen Grund für den Abgang seines Vorstandssprechers Léo Apotheker bleibt der SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner schuldig. Wortreich erklärt er, die Strategie sei gemeinsam getragen worden, aber die Kunden müssten wieder glücklich werden und die Mitarbeiter auch: "So wie bei Apple", fügt Plattner noch an. Doch Apples Geschäftsmodell ist so gar nicht mit dem des deutschen Softwarekonzerns vergleichbar.
Man muss zwischen den Zeilen lesen: Plattner will Apotheker keinen Schmutz hinterherwerfen. Aber Mitarbeiter und Kunden von SAP wurden unter seiner Führung unzufrieden. Über den Versuch, ein neues Preismodell für Wartungsverträge durchzusetzen, war ein Streit entbrannt. Auf neue Produkte wartet der Markt zum Teil schon seit 2007.
SAP besetzt in seiner technischen Entwicklung die interessantesten Zukunftsthemen, muss aber beweisen, diese Konzepte umsetzen zu können. Deshalb ist die Entscheidung, einen Entwickler und einen Vertriebsmann zur Doppelspitze zu machen, nachvollziehbar. Ob es aber Plattner gelingen wird, alle wieder an einem Strang ziehen zu lassen? Seine Nachwuchsarbeit jedenfalls liegt im Chaos. So wie bei Apple übrigens.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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