Home
http://www.faz.net/-gqe-sfvo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Tribut

17.05.2006 ·  Die Verantwortung für eine Fehlspekulation am Immobilienmarkt trägt zuallererst der Erwerber selbst, der ein Kaufobjekt sorgfältig prüfen muß. Nur wer dabei übers Ohr gehauen worden ist, muß sein Geld zurückverlangen können.

Artikel Lesermeinungen (0)

Dem Buchstaben nach betonhart zeigt sich der Bundesgerichtshof beim Dauerstreit um überteuerte Eigentumswohnungen, die sich Hunderttausende kleiner und mittlerer Verdiener als vermeintliches Steuersparmodell haben andrehen lassen. Und das, obwohl Anlegeranwälte nach dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg ihren vermeintlichen Sieg schon gefeiert hatten.

Doch so eindeutig war das Urteil der Europarichter in Wirklichkeit eben nicht. Immerhin aber haben die Karlsruher Richter dem europäischen Geiste des Verbraucherschutzes einen gewissen Tribut gezollt, dessen Reichweite nicht zu unterschätzen ist. Wer über den Wert seines Anlageobjekts getäuscht worden ist - und das ist bei Schrottimmobilien per definitionem der Fall - , kann sich künftig vor Gericht auf Erleichterungen bei seiner Beweisführung stützen. Weitere Rechte darf die Justiz enttäuschten Investoren aber nicht mehr zugestehen.

Die Verantwortung für eine Fehlspekulation am Immobilienmarkt trägt zuallererst der Erwerber selbst, der ein Kaufobjekt sorgfältig prüfen und dessen Renditechancen durchrechnen muß. Nur wer dabei mit betrügerischen Mitteln übers Ohr gehauen worden ist, muß sein Geld zurückverlangen können. Auf die Bank dürfen diese Risiken dagegen nur abgewälzt werden, wenn sie selbst an dem Täuschungsmanöver beteiligt war.

Quelle: jja., F.A.Z., 17.05.2006, Nr. 114 / Seite 13
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Böses Spiel

Von Holger Steltzner

Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren. In den Geberländern wächst die Wut der Steuerzahler. Mehr 40 150

29.05.2012 15:48 Uhr
  Vortag
Dax 6.406,03 +1,31%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.395,58 +1,37%
Dow Jones 12.558,10 +0,83%
EUR/USD 1,2541 0,00%
Rohöl Brent Crude 107,48 $ +0,21%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.