Die Deutsche Telekom versucht erst gar nicht, das Scheitern schönzureden. Auch wenn einige Milliarden Entschädigungszahlungen in ihre Kassen fließen, ist der Rückzug ihres Wunschpartners AT&T ein schwerer Rückschlag.
Die Erlöse aus dem Verkauf des amerikanischen Mobilfunkgeschäftes waren fest eingeplant, um den Schuldenberg abzutragen und Wachstumsfelder in Deutschland und Europa zu erschließen. Nun ist guter Rat teuer. Obwohl die Blockade der Wettbewerbsbehörden absehbar war, gibt es offenbar keinen zu Ende gedachten Plan B. Vorerst wird die Telekom auf ihrer amerikanischen Großbaustelle allein zurechtkommen und für die Reparaturarbeiten viele Milliarden nachschießen müssen. Es mag andere Kaufinteressenten geben, doch gewiss nicht zu dem Preis, den Telekom-Chef René Obermann mit AT&T ausgehandelt hatte.
Für die Aktionäre sind das düstere Aussichten. Obermann wird sich unangenehmen Fragen stellen müssen. Zu den Verlierern gehören auch die deutschen Telekom-Kunden, die darauf warten, dass der Konzern seine Netze für schnelle Breitbandverbindungen ausbaut. Mit einem Investitionsschub in Deutschland ist vorerst kaum zu rechnen.
Sprint
Horst Ziegler (pacificatore)
- 21.12.2011, 16:47 Uhr