ami. Die deutsche Wasserwirtschaft ist aus gutem Grund eine stolze Branche. Nicht nur ihre Leitungen, auch das Wasser, das sie sommers wie winters zuverlässig bis in den letzten Winkel des Landes pumpt, sind von ausgezeichneter Qualität. Diese ist oft besser als die der Mineralwässer, die zwar nicht aus dem Hahn fließen, aber für viel Geld erstanden und nach Hause geschleppt werden müssen. Qualität und Versorgungssicherheit sind aber nur zwei wichtige Parameter. Darüber, ob die Kunden ihr Wasser zu einem günstigen Preis erhalten, sagen sie nichts. Nun sind Wasserpreisvergleiche ein rutschiges Gebiet. Zu unterschiedlich sind die Produktions- und Lieferbedingungen. Direkte Preisvergleiche sind kaum möglich. Die Kunden habe keine Alternative zum Bezug von ihrem - in der Regel - Stadtwerk. Das setzt die Versorger in eine komfortable Lage. Die dem Anschlußzwang ausgesetzten Bezieher werden hingegen vielleicht diskriminiert. Das muß nicht sein. Die Konzessionen, die die Kommunen vergeben, müßten verpflichtend ausgeschrieben werden. So würde regelmäßig ein Wettbewerb um die günstigste Versorgung entfacht. In die Richtung gehen die Vorschläge der EU. Die Kommunen lehnen das ab. Vielleicht, weil sich herausstellen könnte, daß ihre Stadtwerke nicht immer auch die günstigsten Lieferanten sind? Die EU sollte weiter drängeln. Auch hier höhlt der stete Tropfen den Stein.