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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Kommentar Spanien versucht die Flucht nach vorn

 ·  Das Erbe Zapateros, Rajoys Vorgänger, lastet schwerer auf Spanien, als dies selbst Pessimisten erwartet hatten. Das „Griechenland-Syndrom“ vor Augen, muss der spanische Ministerpräsident an den sozialen Frieden denken, zumal da die Sozialisten und die Gewerkschaften schon auf der Straße agitieren und einen ersten Generalstreik vorbereiten.

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Als der spanische Ministerpräsident, der nicht zu Abenteuern neigt, keinen Ausweg mehr sah, trat Mariano Rajoy die Flucht nach vorn an. Die eigenmächtige Entscheidung, sich bei Spaniens Haushaltsdefizit mehr Spielraum zu verschaffen, kann in der Europäischen Union natürlich vielen, Deutschland darunter, nicht gefallen. Inmitten einer neuen, tiefen Rezession, in der die Arbeitslosigkeit auf die horrende Zahl von sechs Millionen anzusteigen droht, lag die Messlatte jedoch für ihn zu hoch.

Denn das Erbe Zapateros, Rajoys Vorgänger, lastet schwerer auf Spanien, als dies selbst Pessimisten erwartet hatten. Der neue Regierungschef, der schon gezeigt hat, dass es ihm mit den nötigen Strukturreformen am Arbeitsmarkt oder der Sanierung der Banken ernst ist, bleibt indes ein seriöser Partner und verdient Vertrauen. Das „Griechenland-Syndrom“ vor Augen, muss er an den sozialen Frieden denken, zumal da die Sozialisten und die Gewerkschaften schon auf der Straße agitieren und einen ersten Generalstreik vorbereiten. Die spanische Kurskorrektur braucht noch Zeit, bis sich hoffentlich zum Ende dieses Krisenjahrs ein grüner Zweig zeigt.

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Jahrgang 1950, politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel, Marokko und Tunesien mit Sitz in Madrid.

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