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Kommentar : Schröders schlechter Stil

Gerhard Schröder hat sich ohne jede Schamfrist zum Instrument des Autokraten Wladimir Putin gemacht. So beleidigt er den Verstand der Bürger.

          Für ehemalige Bundeskanzler gibt es kein Leben „nach der Politik“. Das Amt wirkt nach. Seine einstigen Inhaber werden als herausgehobene Repräsentanten Deutschlands wahrgenommen, ob sie das wollen oder nicht – und ob sie als Kanzler erfolgreich waren oder nicht. Ihre Stimme behält Gewicht. Das schließt nicht aus, dass sie nach der Politik wieder einem (hoch)bezahlten Beruf nachgehen, statt fürderhin in Ehrenämtern zu ergrauen.

          Zum guten Stil gehört es aber, dass sie bei der Auswahl derer, von denen sie Geld nehmen, die Interessen des Landes berücksichtigen, das sie immer verkörpern werden. Gerhard Schröder hat sich darum nie geschert. Der Sozialdemokrat hat sich nach dem Verlust der Kanzlerschaft 2005 ohne jede Schamfrist in den Dienst staatlicher russischer Energieinteressen begeben und sich zum Instrument des zunehmend als Autokrat handelnden Präsidenten Wladimir Putin gemacht.

          Nun ist Schröder sogar ins Direktorium des wichtigsten russischen Ölkonzerns Rosneft aufgestiegen, der wegen Putins Annexion der Krim EU-Sanktionen unterliegt. Schröder behauptet, seine Arbeit diene einem besseren deutsch-russischen Verhältnis, nicht Macht und Einfluss des Kremls. Das beleidigt den Verstand der Bürger, die ihn einmal gewählt haben. Jetzt hat die SPD wirklich Grund, ihr Verhältnis zu Schröder zu klären.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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