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Kommentar Schmerzen

 ·  enn. Die Zeiten, in denen die Renten jedes Jahr ein wenig wuchsen, sind vorbei. Schon jetzt verkünden die Rentenversicherer, daß den Rentnern auch im nächsten Jahr eine "Nullrunde" droht. Vermutlich wird es sogar noch schlimmer kommen.

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enn. Die Zeiten, in denen die Renten jedes Jahr ein wenig wuchsen, sind vorbei. Schon jetzt verkünden die Rentenversicherer, daß den Rentnern auch im nächsten Jahr eine "Nullrunde" droht. Vermutlich wird es sogar noch schlimmer kommen. Durch Sonderbeiträge für Zahnersatz und Krankengeld werden die Rentner abermals netto weniger Geld im Portemonnaie haben. Die Bundesregierung will diese unangenehme Wahrheit noch aufschieben, bis alle unerfreulichen Daten unumstößlich feststehen. Ändern kann sie indes nichts mehr. Die unbefriedigende Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung läßt keinen Raum für Rentendynamik. Hinzu kommen Abschläge wegen der zusätzlichen Altersvorsorge der Jungen und der demographischen Entwicklung. Vielen Rentnern werden die neuen Kürzungen weh tun. Über eine ungerechte Behandlung dürfen sie jedoch nicht klagen, denn auch ihre Kinder und Enkel müssen derzeit schmerzlich erfahren, daß es - solange die Wirtschaft nicht besser läuft - nichts zu verteilen gibt. Insofern ist es eine gute Nachricht, daß der Rentenbeitragssatz 2005 stabil bleiben wird. Doch wie lange dies noch gelingt, ist fraglich, denn die Bundesregierung hat die Finanzreserven der Rentenkassen fast aufgebraucht. Um weitere Reformschritte kommt sie nicht herum: Die Hebel sind vor allem eine eingeschränkte Frühverrentung und ein späterer Rentenbeginn.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2004, Nr. 253 / Seite 13
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