Das ist ein Rückschlag für die vorsichtigen Reformer in China: Die Familie von Regierungschef Wen Jiabao, soll sich in seiner Amtszeit bereichert haben. Die Zensur versucht, diese Informationen zu unterdrücken, aber trotzdem sickert sie durch. Die Botschaft, die beim Volk ankommt, ist diese: Nicht nur der geschasste Populist und Neo-Maoist Bo Xilai hat seine Macht missbraucht, sondern auch der vermeintlich harmlose „Onkel Wen“. Der galt bisher zwar als etwas tapsig, er hatte durch seine Erdbeben-Einsätze und durch sein Vorgehen gegen Bo aber an Sympathie gewonnen.
Die neue Führung muss die Selbstbereicherung beenden
Es ist unsicher, ob Gegner die Enthüllungen gestreut haben. Klar ist aber, dass Wen vor dem Parteitag angeschlagen ist. Dort wird der wichtigste Machtwechsel für Jahre eingeläutet und entschieden, ob und wie die Öffnungspolitik weitergeht. Die Anschuldigungen gegen Wen fallen auf fruchtbaren Boden, denn viele Chinesen fühlen sich durch die schamlos reich gewordenen Eliten um ihren Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung betrogen. Weil sie die Führung in der Autokratie nicht loswerden können, steigt der Druck im Kessel. Die neue Führung muss die Selbstbereicherung beenden, wenn sie eine Explosion vermeiden will.
Profit-"Eliten" gibt es auch bei uns/"Wunder geschehen
immer wieder"/"Macht hält zusammen".
günther reichert (g.reichert)
- 27.10.2012, 15:02 Uhr
Trendumkehr in Vancouver und Kanada - die KP Chinas muss handeln
Bernd Winkler (Langsamdenker)
- 26.10.2012, 18:07 Uhr
Cui bono?
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 26.10.2012, 17:14 Uhr
Das Problem ist die Diktatur
Henk Wilbert (H.Wilbert)
- 26.10.2012, 16:58 Uhr