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Kommentar Pleiten, Pech und Pannen

24.09.2004 ·  Nach langer Blockadehaltung wollten die deutschen Musikkonzerne ein Zeichen setzten: Mit einer gemeinsamen Online-Vertriebsplattform sollte eine legale Alternative zu den kostenlosen Internet-Tauschbörsen entstehen.

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Mit dem nahenden Aus für Phonoline geht eine traurige Geschichte zu Ende. Nach langer Blockadehaltung wollten die deutschen Musikkonzerne ein Zeichen setzten. Mit einer gemeinsamen Online-Vertriebsplattform sollte eine legale Alternative zu den kostenlosen Internet-Tauschbörsen entstehen. Das war auch dringend nötig, sind doch diese Online-Treffpunkte für Musikfans ein Hauptgrund für die Krise der Plattenindustrie.

Der späten Einsicht folgte in der Umsetzung eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen . Auch die Deutsche Telekom, deren Festnetzsparte T-Com den technischen Teil des Prestigeprojekts übernahm, handelte offensichtlich ziemlich dilettantisch. Daß Phonoline jetzt im besser funktionierenden Online-Angebot Musicload der Konzern-Schwestergesellschaft T-Online aufgehen soll, ist für die T-Com eine peinliche Niederlage.

Eine Lücke wird Phonoline kaum hinterlassen. Mittlerweile gibt es zum Glück eine ganze Reihe von Unternehmen, die im Internet Musik-Downloads erfolgreich verkaufen. Anders als noch vor einem Jahr ist Phonoline heute schlicht überflüssig. Das Argument der Musikindustrie, die Plattform biete im Gegensatz zu den Konkurrenten auch ein breites Repertoire an deutscher Musik an, sticht nicht.

Der Wettbewerb im Online-Markt wird für ein breites Angebot sorgen. Die Kernkompetenz der Musikkonzerne besteht darin, neue Künstler aufzuspüren und aufzubauen. Das ist angesichts der schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwer genug.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2004, Nr. 224 / Seite 18
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