03.11.2011 · Der Vorgang rund um die Fehlbuchung von 55,5 Milliarden Euro bei der Bad Bank der Hypo Real Estate ist nicht nur peinlich. Er nährt auch den Verdacht, dass weitere Pannen folgen.
Von Michael PsottaBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will nach den haarsträubenden Buchungsfehlern der Hypo Real Estate (HRE) und ihrer Abwicklungsbank FMS Wertmanagement keine persönlichen Konsequenzen ziehen. Das ist insofern verständlich, weil er sich sonst selbst hätte schaden können, denn die HRE und ihre Bad Bank stehen unter der Kuratel des Finanzministeriums.
Schäuble mag zu Recht darauf hinweisen, dass der Buchungsfehler das Vermögen des Staates nicht direkt berührt hat. Allein die Höhe der Bilanzierungspanne von 55,5 Milliarden Euro lässt aber vermuten, dass nicht nur Buchhalter und Wirtschaftsprüfer versagt haben. Vielmehr liegt es nahe, dass auch das Finanzministerium den Schulden zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet hat.
Der Vorgang ist nicht nur peinlich, wie Schäuble selbst zugesteht. Er zeigt auch eine merkwürdige Art der Kommunikation, wenn das Ministerium Wochen verstreichen lässt, bis es den Bundestag über die Milliardenpanne informiert. Es erweist sich ein weiteres Mal, dass Welten zwischen staatlichem und privatem Finanzgebaren liegen. Das macht den Fehler verständlicher. Der Ärger aber bleibt - und der Verdacht, dass weitere Pannen folgen.
Michael Psotta Jahrgang 1957, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.
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