01.08.2010 · Die Politik steckt in einem Dilemma. Die Bürger erwarten nicht nur eine reibungslose und höchstklassige Versorgung, sondern auch niedrige Kosten im Gesundheitswesen.
Von Andreas MihmZuerst die Pharmaindustrie, dann die Hausärzte, jetzt die Krankenhausbetreiber. Dass die Proteste der Gesundheitsbranche umso lauter würden, je stärker sie erkennt, wie stark die schwarz-gelbe Notfallambulanz sie zur Rettungsaktion für die Kassen heranzieht, verwundert nicht. Vermutlich werden auch die Kassenärzte noch vernehmbar werden, wenn erst mal feststeht, wie viel bei ihnen gespart wird.
Die Politik steckt in einem Dilemma. Die Bürger erwarten nicht nur eine reibungslose und höchstklassige Versorgung, sondern auch niedrige Kosten. Noch jede Regierung hat deshalb Kosten gekürzt und sich mit der Lobby angelegt. Gewinnen kann sie dabei nichts. Besser wäre es, die Verteilungskämpfe in das System zu verlagern. Warum sollen Kassen, die Hausarztverträge schick finden, die Honorare nicht mit den Ärzten frei aushandeln dürfen? Allein, sie sollten nicht zu solchen Verträgen gezwungen werden. Gleiches gilt für die Krankenhäuser. Warum gibt man ihnen nicht mehr Freiheit, Behandlungskosten mit den Kassen auszuhandeln und Kapazitäten auszulasten? Hier läge ein weites Betätigungsfeld für die Gesundheitspolitik - gerade für eine mit liberalem Vorzeichen.
Gesundheitsdeform
Angela Ansbacher (freeangela)
- 01.08.2010, 23:55 Uhr
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