Home
http://www.faz.net/-gqe-6zivb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Niederländische Irrwege

 ·  Die Regierung in den Niederlanden ist an dem gescheitert, was sie von den EU-Partnern unnachgiebig einfordert: dem Streben nach wirksamer Sparpolitik. Das ist beunruhigend für all jene, die in der Krise des Euroraums glaubwürdiges Handeln verlangen.

Artikel Video (1) Lesermeinungen (14)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Jim Greek
Jim Greek (Jos_Vik) - 01.05.2012 12:23 Uhr

nicht ganz richtig

Wilders möchte Ausländern die Sozialhilfe streichen u. u.a. Kriminelle schneller abschieben. Hier liegt ein sehr hohes Sparpotenzial. Echte Einwanderungsländer zahlen überhaupt nichts an Neuankömmlinge, weisen auch schnell wieder aus und niemand beschwert sich, weil man nichts weiter macht als die eigene Volkswirtschaft zu schützen.

Empfehlen
Karin Jürgens
Karin Jürgens (Bashi49) - 01.05.2012 11:26 Uhr

Wie kommen Sie auf die Bezeichnung "Irrwege", Herr Stabenow ?

Es ist schon erstaunlich, daß alle Vorschläge, die vom festgelegten europäischen Einheitsweg abweichen, als "Irrwege" bezeichnet werden. Dieser hochgelobte Einheitsweg hat doch dazu geführt, daß

- die Gemeinschaftswährung außerordentlich instabil ist,
- die EU von den Bürgern immer weniger akzeptiert wird,
- die ersten Länder in eine Rezession gerutscht sind,
- die bisher stabilen Länder, wie Holland, ebenfalls wackeln,
- immer mehr Menschen in der EU verarmen,
- das politische System insgesamt brüchig wird,
- sich in einigen Ländern bereits gewaltgetränkte Unruhen ausbreiten,
- die demokratischen Rechte der Bürger eingeschränkt wurden
- und so weiter und so fort.

Sollte ein kritischer Geist da nicht viel eher den bisherigen Weg der EU und ihrer beteiligten Länder als "Irrweg" ansehen?

Empfehlen
Siegfried Kellner

Das wird sich noch herausstellen, ob es ein Irrweg ist.

Liest man diesen Artikel, so hat man den Eindruck Wilders ist an ALLEM schuld.

Doch so einfach kann man es sich nicht machen. Wilders ist dafür, daß man die kleinen Leute nicht schon wieder rupft, insbesondere die Rentner.

Daß Stabilität hergestellt werden muß, ist doch keine Frage.

Wilders will auf folgendes hinaus. Er möchte die Zuwanderung in die Sozialsysteme unterbinden und fordert deshalb gleichzeitig ein strengeres Einwanderungsrecht.

In Deutschland hat man ja vor einiger Zeit auch lautstark gefordert, daß die Zuwanderung in die Sozialsysteme endlich gestoppt werden muß, weil die Kosten aus dem Ruder laufen.

Empfehlen
Paul Rabe

Niemand kann den Euro verlassen

Wer den Euro verläßt gibt damit seine Ersparnisse auf, denn die sind in Euro. Deswegen ist es mir um den Euro nicht bange, der wird bleiben.
Selbst wenn der eine oder andere Staat pleite geht, dann ist das eben eine Pleite bezogen auf Verbindlichkeiten in Euro. Na und ?
Das ist in den USA auch schon vorgekommen, da sind auch schon Staaten pleite gegangen, trotzdem haben die alle noch den US-Dollar...(und nicht etwa den Kalifornien Dollar oder den Texas Dollar)

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.05.2012 10:08 Uhr
thomas schulz

Die Ersparnisse, soweit vorhanden, werden gerade verpfändet

Insofern ist es völlig schnuppe, ob man durch Enteignungen, Zwangsanleihen, Inflation oder nationalen Währungen zum von Transferleistungen des Staates abhängigen Dorfdeppen degradiert wird. Würde das eine US-Regierung auch nur in Erwägung ziehen, würde sie geteert und gefehdert aus dem Land gejagt werden. Hier die gravierenden Unterschiede zwischen dem USD und dem Euro und deren historische Grundlagen zu erläutern, würde den Rahmen des Forums sprengen.

Empfehlen
Paul Banaschak

Wilders steht nicht für konservative sondern für sozialdemokratische Politik

sonst würde er nicht Reformen, die dringed nötig sind, blockieren.

Empfehlen
Ralf Wagner

Nicht niederländische, es sind europäische Irrwege!

Auf dem Irrweg sind nicht die Niederländer sondern die Euro-Länder. Für die Währungsunion gab und gibt es [1] keine gemeinsamen Vorstellungen von Geldwertstabilität. Deutschland hat all seine Prinzipien bereits geopfert. Im Gegensatz zu den Sonntagsreden haben sich [2] die Volkswirtschaften in Sachen Produktivität und Innovation immer stärker auseinander entwickelt anstatt sich nach oben angeglichen. Und [3] haben die Länder der Oliven-Koalition den Euro – wie die EU insgesamt – immer als Selbstbedienungsladen gesehen und die kurzfristigen Vorteile niedriger Zinsen und eine starken Außenwertes in Rekordschulden und Leistungsbilanzdefizite verwandelt.
All das war auch schon vorher klar. Doch anstatt die Probleme beim Namen zu nennen, die nun unübersehbar geworden sind, will eine halsstarrige Politikerkaste diese Fehlentwicklung mit einer Fiskalunion vertiefen – und riskiert damit, dass die politischen Grundlagen Europas in ein paar Jahren so aussehen wie heute die ökonmischen.

Empfehlen
AJB Sirks
AJB Sirks (sirks) - 30.04.2012 23:30 Uhr

Etwas zu einfach

So einfach ist es nicht wie Hanneman es darstellt. Das Buendnis zwischen D66, Groenlinks, PvdA und SP hat damals Rutte gezwungen, sich zum PVV zu wenden um eine Koalition zu bilden: soviele Liebe stecke wahrscheinlich auch nicht dabei. Und warum ist Wilders aus der Koalition getreten? Nur um den Sparkurs? Die Koalition ist eher daran gescheitert, dass die PVV instabil geworden ist (allerhand Austretungen) und Wilders seine Partei (eigentlich eine Stiftung mit einem einzigen Mitglied: Wilders) offensichtlich nur noch muehsam in der Hand hat. Und weswegen dieser Schadenfreude? Nenne mir ein Land wo 5 Parteien in einer Woche ein solches Sparpaket zusammensetzen. Man sollte sich eher freuen, dass es noch sovieles Verstand gibt.

Empfehlen
bossy bob
bossy bob (fbossel) - 30.04.2012 22:14 Uhr

Instabilität?

Da sollte man dann doch die Kirche im Dorf lassen. In Holland gab es immer wieder Regierungen, die sich nicht lange halten konnten. Mit bis jetzt 560 Tagen steht Rutte da gar nicht mal so schlecht da.

Empfehlen
egon soppe
egon soppe (egonsoppe) - 30.04.2012 20:51 Uhr

Hannemann, geh Du voran.

Die kleinen müssen den Euro verlassen - nur so geht´s. Deutschland kann das nicht. Die ganze europäische Presse würde über uns herfallen. Und wir haben nicht die gestandenen Politiker, die das durchstehen könnten - auf weiter Flur niemand zu sehen. Wenn z.B. Holland den Anfang machen würde und z.B. Finnland würde folgen und so weiter und so weiter und die Nord- Länder, die noch die Change haben, sich retten zu können würden den Euro verlassen, dann hätte auch Deutschland die Change, aus dem verbleibenden Torso auszusteigen. Darum, liebe Länder wie Holland, geht Ihr voran. Einer muß den Anfang machen. Aber ich habe den Verdacht, die klammern sich alle verzweifelt an Deutschland.

Empfehlen
Closed via SSO
Jochen Wegener (Malchik) - 30.04.2012 19:19 Uhr

Nicht die Verfehlung der Maastricht-Kriterien..

war und ist der Fehler: der Fehler sind die Kriterien selbst. Im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz wird schon eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz eingefordert, Maastricht kennt allein monetäre Kriterien und von denen ist die 3-Prozent-Grenze die unsinnigste, weil durch nichts begründet als dem Dikatat Waigels und der Regierung Kohl. Wenn die Niederländer unbedingt unter drei Prozent kommen und dafür die Binnenkonjunktur nachhaltig schädigen wollen, stehen sie ganz in der Waigel-Tradition. Nötig ist eine Neubesinnung auf tatsächlich relevante Krititerien, auf ökonomische und nicht politische. Solange das nicht geschieht, wird der Euro weiter die Katastrophenwährung sein als die er sich nach nicht einmal acht Jahren seiner physischen Existenz erwiesen hat. Zurück zu den Nationawährungen, verbunden durch die Währungsschlange über die Verrechnungseinheit ecu und - ist die Devisenspekulation an den Börsen eigentlich ein Menschenrecht geworden?

Empfehlen
Alba Maria
Alba Maria (albamar) - 30.04.2012 18:04 Uhr

Korrektur vonnöten

Die Politiker werden noch viel mehr bedauern, dass sie sich auf den Euro eingelassen haben. Denn durch die Verwerfungen, die diese Währung nun in Europa hervorbringt werden die Radikalen in Europa weiter Auftrieb erhalten. Nicht nur in den Niederlanden. Das wird solange weitergehen, solange Kritik am Euro und der EU grundsätzlich nicht geduldet wird, obwohl beides dringend einer Korrektur bedürfte.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 23:01 Uhr
bernd stegmann

Und das ist gut so, würde ich da wagen zu sagen!

...

Empfehlen
Joop Oldenbroek
Joop Oldenbroek (oldi48) - 30.04.2012 17:53 Uhr

Wie so Irrweg

Das Wahlergebnis in 2010 war nicht eindeutig. Trotz verschiedenen Versuchen andere Koalitionen zu Stande zu bringen, konnte man nicht zu einem Ergebnis kommen. Rutte, als Führer der grösste Partei blieb nichts anderes als eine Minderheitsregierung mit den Christdemokraten zu bilden und sich von der PVV tolerieren zu lassen. Bis zur Entscheidung eines zusätzlichen Sparhaushaltes für 2013, erwies sich Wilders, dessen Partei alles andere als rechtspopulistisch ist, sondern eher als national und sozialistisch zu bezeichnen ist, als ein zuverlässiger Partner. Die Initiative der sozial liberalen, Grünen und christlich sozialen, hat die gewünschten Einsparungen dennoch möglich gemacht. Der jetzt vorliegende Haushalt, wird noch von dem jetzigen Parlament abgestimmt, da die Neuwahlen erst am 12/9 abgehalten werden und die neue Kammer erst nach der des parlamentarischen Jahres konstituierend zusammen tritt und es ausserdem unwahrscheinlich ist, dass es vor Jahresende eine neue Regierung antritt

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in Brüssel.

Jüngste Beiträge

Hoffnungswert Konsum

Von Philip Plickert

Den meisten deutschen Kosumenten scheint die Euro-Krise weit weg. Sie geben ihr Geld mit vollen Händen aus. Doch kann der private Konsum die entscheidende Stütze der Konjunktur werden? Mehr 1 3

Umfrage

Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --