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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Montis Hausaufgaben

 ·  In Italien verdüstert sich die Konjunktur, das Ansehen der Regierung wird blasser. Doch gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Ministerpräsident Mario Monti das Reformtempo wieder erhöhen will.

Artikel Lesermeinungen (12)

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Kurt Tergast
Kurt Tergast (Kurgast) - 12.06.2012 13:54 Uhr

Ich habe meine Wohnung aufgeräumt...

...naja, eigentlich nur mal durchgefeudelt und den herumliegenden Krempel in die Schränke gestopft - und werde gleich mal zu meinem Nachbarn gehen und ihm verkünden, daß ich für diese Bemühungen erwarte, daß er mir nen 7er BMW finanziert und selbstverständlich auch noch meine offenen Kredite abzahlt. Immerhin wohnen wir im selben Haus!

Das fällt mir ein, wenn ich sowas lese:

"Er sagt, seine Regierung habe ihre Hausaufgaben gemacht. Sie könne daher mit Recht umfassende Zugeständnisse von Berlin erwarten."

Zugeständnisse? Für WAS denn? *kopfschüttel*

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Thomas Baumann

Bloß keiner "Elite" im eigenen Land Weh tun

Deutschland ist selbst viel zu hoch verschuldet und es doch nur eine Frage der Zeit bis wir Normaleinkommensbürger das auch richtig spüren werden. Es reicht ein Zinsanstieg und/oder schrumpfende Wirtschaftsleistung. Schon jetzt sehen wir die Folgen der leeren öffentlichen Kassen (Straßenzustand, Ausstattung und Zustand vieler Schulen, Sozialarbeit...).
Es ist eine Unverschämtheit der anderen Europäischen Regierungen von Deutschland Finanzhilfen zu fordern, ohne alle Möglichkeiten voll ausgeschöpft zu haben (Aufbrechen aller Wettbewerbsbeschränkungen im eigenen Land, Verwaltung schnell und schlank machen, Steuern bei allen Steuerpflichtigen eintreiben, Steuerhinterziehung konsequent bekämpfen...)
!?Wurden eigentlich in Italien die Umsatzsteuerschulden (es sollten rd. 400.000.000.000 Euro sein) eingetrieben, die per 31.12.2011 verjährten? Per Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2008 wurde Italien dazu verpflichtet.
Europa und der EURO ist mit diesen Ländern zum Scheitern verurteilt

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.06.2012 13:05 Uhr
Gozzi Benjamin
Gozzi Benjamin (gozben) - 12.06.2012 13:05 Uhr

Sie haben Recht!!

Ich als Italiener...möchte auch keine Hilfen, ich galub wir könnten das auch alleine schaffen.
Immerhin leben wir seit über 12 Jahren mit Schulden über 100%. Vor allem sind kaum neue Schulden dazugekommen...Schulden erhöhen sich in Italien nur bei der Refinnzierung der alten Schulden...der Jahreshaushalt ist "ok"
Was Italien bräuchte wäre so glaube ich externe Experten mit weitgehenden Kompetenzen die das alte System mit "Gewalt" umbauen...und vor allem die Bürokratie abbauen.
Was die Steuereintreibungen betrifft...so ist die Finanzpolizei schon sehr aktiv...ich Wundere mich überhaupt das bei uns noch irgendjemand etwas betreibt...es ist alles sooooooooo kompliziert...Wie MArcchione sagte FIAT hat in Italien nicht einen einzigen € verdient...warum sollten wir hier bleiben....

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Gozzi Benjamin
Gozzi Benjamin (gozben) - 12.06.2012 11:58 Uhr

Macht der Medien und der Gewerkschaften

Ein großes Problem stellen in Italien die Medien dar welche absolut nicht mit denen in Deutschland vergleichbar sind.
Sie sind sehr politisch und daher alles andere als Objektiv...
Es ist daher sehr schwer etwas zu Vermitteln, da der Bürger es immer durch ein Medium aufnimmt, welches natürlich alles selbst Interpretiert, je nach Partei.
Auch das Staatsfernsehen ist alles andere als Objektiv, da es immer mit Parteinahen Perösnlichkeiten besetzt ist und auch nicht unabhängig, dadurch wird eine positive Stimmung erschwert.
Auch sind in Italien die Gewerkschaften sehr stark und politisch und vor allem idiologisch viel stärker an Parteien gebunden, dadurch erschweren sich gute Reformen.
Aber ich hoffe wir bekommen das trotzdem noch hin....
Eine externer Reformer wäre Super...weil dadurch...viel Umgangen werden kann...
die Bürokratie ist in Italien...atemberaubend (im negativen Sinn), als Externer kann man sich das gar nicht vorstellen...daher sind Reformen langwierig..

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.06.2012 12:55 Uhr
Gozzi Benjamin
Gozzi Benjamin (gozben) - 12.06.2012 12:55 Uhr

Gute Reformen

Eine gute Reform wäre zum Beispiel ein tiefer einschnitt ins Steuerrecht...
ich brauch in italien für alles und jedes einen Kassenbon...den ich 30min behalten muss sonst werde ich angezeigt...und ja das passiert...sogar in bars...
Eine andere Reform wäre eine wirkliche liberalisierung des Arbeitsmarktes...
denn Momentan wird in italien ein Großteil der Angestellten nur 6 Monate angestellt...
da ich die Arbeitskräfte sonst nicht mehr loswerde...
Momentan wird dirkutiert ob der Kündigungsschutz gelockert wird...(er ist wirklich starr)
viele Firmen wollen nicht mehr als 15 Angestellte haben, da sie in eine andere kategorie fallen...
Verstehen sie mich nicht falsch, man soll Arbeitnehmer schützen, aber was bringt ein rigider Kündigungsschutz, wenn kaum ein Betrieb mehr jemand fix Anstellt und daher kaum jemand (außer den Älteren) davon Profitiert.
Ein Beisßiel für italienische Bürokratie...sie wollen ein Konto eröffnen...14!!!!! unterschriften...für ein normales Girokonto

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Andreas Neubert

@Gozzi Benjamin

Was sind denn "gute Reformen"? Reformen bedeuten immer, dass sie bestimmten Interessengruppen nutzen und anderen Interessengruppen schaden. Neutrale, "gute" Reformen gibt es nicht.

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Michael Arndt

Was bitte waren denn die bisherigen Reformen?

Ich habe davon nichts mitbekommen.
Wurden Steuern erhöht, werden Steuerschulden eingetrieben oder Einkommen eingefroren?
Wo bekomme ich darüber Informationen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.06.2012 11:50 Uhr
Gozzi Benjamin
Gozzi Benjamin (gozben) - 12.06.2012 11:50 Uhr

Steuern und Reformen

Also es die Arbeitsmarktreform ist noch nicht durch...
Steuern gab es einige die USt wurde um 1% erhöht auf 21
die treibstoffsteuer wurde erhöht...im Mai hab ich für 1,91€ getankt...
eine Imobiliensteuer die IMU..
des weiteren wurde der sogenannte Superbollo..eingeführt...also Kfz Steuer
ab 300 ps..oder ähnliches zahlt man für jedes zusätzliche Ps 10 €...
das sind nur einige...und ja in Italien werden die Steuern eingetrieben...nicht überall so genau aber man kann es wirklich nciht mit griechenland oder spanien vergleichen...da vor allem die mittlere Verwaltungsebene sehr gut funktioniert...leider lassen sich alte Struckturen nicht leicht lösen...

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Andreas Neubert

Fragt sich bloss, ...

... was die Liberalisierung der Wirtschaft und die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes mit der Staatsverschuldung zu tun hat.

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Gerhard Storm

Warum Reformtempo erhöhen? Die EU hat Geld zugesagt, das muß reichen

Auf EU-Drängen hat Monti mit taktischem Geschick die Nothilfe für Italien als Finanzhilfe für die maroden Banken umdeklarieren lassen.

Das ändert aber nichts daran, dass die Gesamtverhältnisse Italiens sich dramatisch verschlechtert haben u. Monti nicht mehr als Flops zuwege brachte.

Die dilettantischen €-Geldgeber haben sich durch Montis Bankhilfefocus ablenken lassen u. müssen sich nun bei ihrer Überwachung mit diesem Segment begnügen, wohl wissend, dass nur eine strikte Überwachung der staatlichen Gesamtverhältnisse sinnvoll ist.

Die pofessionell vorgehenden Rating-Agenturen gehen bei ihren Analysen professionell vor. Da kann kein Monti Einfluß nehmen auf die Beurteilung des Ratings für Italien.

Anstatt nun die Ochsentour über fleißiges Arbeiten u. Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu gehen, möchte Monti - angesteckt von Holandes Träumereinen - über die für Italien preisgünstigen Eurobonds Meriten einstreichen. Zulasten von D.

Das muß Merkel verhindern!

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Gerhard Storm

Monti versagt in Italien, deshalb sollen rechtswdrige Eurobonds aushelfen

Montis Begehr nach Eurobonds widerspricht der Euro-Regelung des No-Bail Out, d.h. dass €-Staaten nicht für die Schulden anderer €-Staaten haften od. zahlen müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass Staaten für ihre Fehler selbst haften.

Diese feste EU-Spielregel passt dem in Itlien erfolglos agierenden Monti natürlich nicht.

Stimuliert durch den Wahlversprecher Hollande, für den Eurobonds ebenfalls ein Wunschtraum sind, verlangt Monti rechtswidrig die Versüßung des italienischen Schuldenlebens mit dem Billigzinsprodukt Eurobonds.

Issing ist für seinen eindrucksvoll klaren Artikel sehr zu danken.

Er zeigt auf, wie unwirksam eine Aufsicht durch eine EU ist, die selbst vielfach die EU-Vorschriften gröblich verletzt.

Mit Recht fordert er, dass D sich streng an die EU-Vereinbarungen hält, die Einhaltung aber auch von den anderen Mitgliedsstaaten verlangt.

Nur so besteht die Aussicht, dass D als stärkste europ. Wirtschaftsmacht die verfahrene €-Schuldenkrise heil übersteht

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Günter K. Hesse
Günter K. Hesse (v6yz) - 11.06.2012 17:52 Uhr

Totengräber wider Willen

Möglicherweise verstehen Schäuble und Merkel (und mit ihnen große Teile der Politischen Klasse in Deutschland) wirklich nicht, dass sie mit ihren Hilfszusagen die Eigenanstrengungen der Problemländer zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterminieren. Das vergrößert die Probleme und den Unfrieden in der Euro Zone und beschleunigt den wirtschaftlichen Bedeutungsverlust Europas. Schäuble, der "glühende" Europäer, wird so zum Totengräber seiner Vision.

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Jahrgang 1962, Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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