sfu. Der Aktienmarkt hört, was er hören will. Was die Akteure im Moment nicht hören wollen, sind Nachrichten, die die gute Stimmung beeinträchtigen könnten. In ihren Ausblicken auf das neue Jahr hat sich die überwiegende Zahl der Anlagestrategen große Mühe gegeben, die Stunde der Wahrheit so weit wie möglich in die Zukunft zu verlegen. Natürlich laufen die Effekte der expansiven Geldpolitik und der vor allem in Amerika gigantischen Steuererleichterungen in absehbarer Zeit aus. Spätestens dann muß sich die Wirtschaft so weit erholt haben, daß ein selbsttragendes Wachstum einsetzt. Doch ob dieses Szenario tatsächlich eintrifft, ist fraglich. Nach verbreiteter Einschätzung schlägt die Stunde der Wahrheit für Konjunkturprognosen und Aktienbewertungen zur Mitte des Jahres. Bis dahin sollte einem weiteren Kursaufschwung nach allgemeiner Überzeugung kaum etwas im Wege stehen. Dieser Glaube hat in den letzten Tagen des alten Jahres und am ersten Handelstag des neuen Jahres den Aktienkursen Flügel verliehen - das wichtigste deutsche Börsenbarometer Dax ließ die Marke von 4000 Punkten hinter sich. Doch sollte die Kehrseite solcher Kurssprünge nicht aus den Augen verloren werden. Nachdem im vergangenen Jahr der richtige Einstiegszeitpunkt für den Anlageerfolg am Aktienmarkt entscheidend war, könnte es in diesem Jahr der richtige Zeitpunkt für den Ausstieg sein.