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Kommentar McDonald's und die Dicken

05.09.2003 ·  In den USA verklagte ein 15Jähriger die Fast-Food-Kette McDonalds: Sie soll verantwortlich sein für dessen 180 Kilogramm Lebendgewicht. Die Richter schlossen sich dieser Meinung nicht an. Ein Kommentar.

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Immer mehr Kinder leiden unter Fettleibigkeit und Bewegungsmangel, sie sind dick und steif. Beides kann zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen, die häufig erst im Erwachsenenalter eintreten, aber immer öfter auch schon im Kindesalter. So bei dem 180 Kilogramm schweren Fünfzehnjährigen, der in den Vereinigten Staaten die Restaurantkette McDonald's für seine Körperfülle verantwortlich und schadenersatzpflichtig machen wollte. Das Kind sei seit seinem sechsten Lebensjahr fast täglich bei McDonald's gewesen, weil die Mutter geglaubt habe, das Essen sei gesund. Die beschönigende Werbung der Restaurantkette fördere die krankmachende Dickleibigkeit, lautete der Vorwurf. Diesem Vorwurf haben sich die Richter nicht angeschlossen. Der direkte Zusammenhang zwischen gelegentlichem Fast Food und Fettleibigkeit sei nicht plausibel. Die Abweisung der Klage ist zu begrüßen. Nichts ist dagegen einzuwenden, daß Kinder einmal einen Hamburger essen und eine Cola trinken. Wer sich aber nur davon ernährt, handelt verantwortungslos. Für seine Gesundheit ist nämlich zunächst einmal jeder selbst verantwortlich oder bei Minderjährigen die Eltern. Zur Verantwortung der Hersteller gehört es, nur Produkte in Umlauf zu bringen, die bei sachgerechter Anwendung keinen Schaden verursachen. Zur Verantwortung des Verbrauchers gehört es, die Produkte auch sachgerecht zu nutzen und zum Beispiel eine einseitige Ernährung zu vermeiden. Die Tatsache, daß man auch bei McDonald's abwechslungsreicher essen kann, hat die Klage in den Staaten nur noch haltloser erscheinen lassen.

Quelle: geg. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2003, Nr. 207 / Seite 20
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