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Kommentar Japan und der Yen

16.08.2010 ·  Japan hat sich in den vergangenen Jahren viel zu oft und viel zu lange mit gigantischen Konjunkturprogrammen durch seine Krise gemogelt. Die Quartalszahlen zeigen: Die Politik hat dringend notwendige Reformen schon viel zu lange gescheut.

Von Carsten Germis
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Anfang des Jahres meldete Japan noch neue Rekorde bei Export und Wirtschaftswachstum. Jetzt, im zweiten Quartal, stagniert die Wirtschaft. Ein wichtiger Grund für den Wachstumseinbruch ist die Stärke des Yen. Seit Monaten gewinnt die japanische Währung im Vergleich zu Dollar oder Euro an Wert. Das macht japanische Produkte teuer und schmälert die Gewinne der Unternehmen.

Doch die Zahlen dieses Quartals enthalten auch eine andere Botschaft. Japan hat sich in den vergangenen Jahren viel zu oft und viel zu lange mit gigantischen Konjunkturprogrammen durch seine Krise gemogelt. Unbequeme Reformen, mit denen die im Alltag überall spürbaren Verkrustungen des Landes aufgebrochen werden, haben die Politiker nicht gewagt.

Politische Entscheidungsprozesse sind undurchsichtig, die Besteuerung ungerecht, das Bildungssystem begünstigt die Kinder Wohlhabender, nicht die Klugen, der Arbeitsmarkt ist – sobald jemand einen festen Platz in einem Unternehmen hat – verriegelter, als er in Deutschland je war. Hier müsste Japans Regierung endlich anpacken. Aber sie redet lieber von neuen Konjunkturprogrammen und staatlichen Eingriffen in die Devisenmärkte.

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Jahrgang 1959, Wirtschaftskorrespondent für Japan mit Sitz in Tokio.

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