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Kommentar Italienische Manöver

 ·  tp. Mit seinem Plan für Investitionen in europäische Infrastrukturprojekte kann Italiens Schatzminister Giulio Tremonti auf Zustimmung von vielen Seiten hoffen. Gerade in Italien fühlen sich viele Ökonomen und Politiker wie in einer ...

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tp. Mit seinem Plan für Investitionen in europäische Infrastrukturprojekte kann Italiens Schatzminister Giulio Tremonti auf Zustimmung von vielen Seiten hoffen. Gerade in Italien fühlen sich viele Ökonomen und Politiker wie in einer Zwangsjacke, weil der Stabilitätspakt die Haushaltsdefizite auf drei Prozent begrenzt. Schließlich hatte Italien noch vor zehn Jahren mit Defiziten von zehn und zwölf Prozent gelebt und überlebt. Der Wunsch, doch außerhalb der Drei-Prozent-Grenze "Investitionen für die Zukunft" auf Kredit finanzieren zu können, ist in allen politischen Lagern gegenwärtig. An die Risiken, die mit solchen Manövern verbunden sind, erinnert man sich in Italien nur ungern, weil sie einen dunklen Fleck in der Wirtschaftsgeschichte darstellen: Viele Investitionen brachten keine volkswirtschaftlichen Erträge, die Staatsschulden kletterten in atemberaubendem Tempo, das Vertrauen in die Währung sank, Inflation und Zinsen stiegen. Tremonti weiß, daß Italien am meisten zu leiden hätte, würden sich die gleichen Effekte auf europäischer Ebene wiederholen - denn gerade Italien müßte schnell mit steigenden Zinsausgaben für die großen Staatsschulden rechnen. Dennoch glaubt Italiens Schatzminister fest an die segensreichen Effekte seines Investitionsprogramms. Tremonti muß in Brüssel noch viel erklären, um den Eindruck zu vermeiden, daß Italiens Politiker in alte Fehler zurückverfallen. Skepsis bleibt angebracht.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2003, Nr. 134 / Seite 13
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