Unter der Ägide des legendären BMW-Vorstandsvorsitzenden Eberhard von Kuenheim, der gut 20 Jahre amtierte, galt bei BMW die Regel, immer ein Auto weniger zu bauen, als die Kunden verlangten. So sollte die Begehrlichkeit hoch gehalten werden. Der aktuelle BMW-Chef Norbert Reithofer, der aus der Werksplanung stammt, muss diesem Anspruch an einen Premiumhersteller folgen, auch wenn es derzeit für BMW-Kunden ungemütlich ist: BMW-Fahrzeuge sind in aller Welt so begehrt, dass Käufer eines BMW Fünfer oder X3 Lieferzeiten von bis zu zehn Monaten hinnehmen müssen.
Die BMW-Fabriken kommen mit der Produktion einfach nicht nach. Reithofer will das ändern und plant schon die nächsten Werkserweiterungen in Amerika und China und denkt auch an eine neue Produktionsstätte in Brasilien. Es wären die Überkapazitäten von morgen, sollte die Konjunktur einbrechen. Aber Reithofer vertraut darauf, dass das Premiumsegment in den Schwellenländern langfristig zunimmt. Sein Wachstumskurs setzt auch auf Verdrängung von Wettbewerbern, immer in der Hoffnung, dass die Autos mit dem weiß-blauen Markenemblem so begehrt bleiben wie zu Kuenheims Zeiten.