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Kommentar Im Wartezimmer

28.06.2004 ·  pwe. Unspektakulär sind Estland, Litauen und Slowenien in den Europäischen Wechselkursmechanismus aufgenommen worden. Die drei Länder haben sich damit - wie bislang Dänemark - verpflichtet, ihre Währungen an den Euro zu binden und ...

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pwe. Unspektakulär sind Estland, Litauen und Slowenien in den Europäischen Wechselkursmechanismus aufgenommen worden. Die drei Länder haben sich damit - wie bislang Dänemark - verpflichtet, ihre Währungen an den Euro zu binden und den Wechselkurs nur noch in einem schmalen Band schwanken zu lassen. Gelingt dies für zwei Jahre, ist eine formale Bedingung für die angestrebte Übernahme des Euro erfüllt. Auch die Europäische Zentralbank ist mit der Erweiterung Verpflichtungen eingegangen. Sie muß gegebenenfalls eingreifen, wenn die Wechselkurse der drei Länder spekulationsgetrieben die Interventionspunkte erreichen. Doch kann die Notenbank ihre Interventionen aussetzen, sollten diese die Preisstabilität gefährden. Die Bürger im Euro-Raum müssen sich also keine Sorge machen, daß nun Instabilität Einzug hielte - zumal Estland, Litauen und Slowenien von der wirtschaftlichen Größe her zu vernachlässigen sind. Die drei Vorreiter einer Annäherung an den Euro-Raum stellt die Währungsanbindung allerdings vor große Herausforderungen. Sie haben vielfach stabilitätspolitischen Nachholbedarf. Estland ringt mit einem großen Leistungsbilanzdefizit, Litauen um eine tragfähige Finanzpolitik, und Slowenien muß die hohe Inflation dämpfen. Im Wartezimmer zum Euro-Beitritt wäre Abwarten die falsche Devise. Die Übernahme des Euro bedingt mehr als einen stabilen Wechselkurs.gs vor große Herausforderungen. Sie haben vielfach stabilitätspolitischen Nachholbedarf. Estland ringt mit einem großen Leistungsbilanzdefizit, Litauen um eine tragfähige Finanzpolitik, und Slowenien muß die hohe Inflation dämpfen. Im Wartezimmer zum Euro-Beitritt wäre Abwarten die falsche Devise. Die Übernahme des Euro bedingt mehr als einen stabilen Wechselkurs.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2004, Nr. 148 / Seite 11
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