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Kommentar Im Stall des Augias

21.09.2004 ·  Her. Ein langer Schatten fällt auf das Reformwerk der abgewählten griechischen Regierung Simitis. Immer wieder hatte es Vermutungen gegeben, bei der wundersamen Konsolidierung der griechischen Staatsfinanzen sei nicht alles mit rechten ...

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Her. Ein langer Schatten fällt auf das Reformwerk der abgewählten griechischen Regierung Simitis. Immer wieder hatte es Vermutungen gegeben, bei der wundersamen Konsolidierung der griechischen Staatsfinanzen sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen, "kreative Buchführung" habe die Erfüllung der Maastrichter Konvergenzkriterien zumindest erleichtert. Zeitweise schienen die griechischen Daten gar einen baldigen Haushaltsüberschuß anzukündigen. Eurostat wollte dem Athener Braten indes nie so recht trauen. Nur war mit Brüsseler Zweifeln allein der griechischen Kreativität nicht beizukommen, und so wurde Griechenland als einziger Nachzügler ins begehrte Euroland geladen. Denn zunächst war die Regierung Simitis von dem Ziel besessen, Euroland zu werden, dann wehrte sie sich verzweifelt gegen die Abwahl und öffnete die Budgetschleusen. Nun kommt sich die neue Regierung Karamanlis vor wie Herakles im Stall des Augias. Rasch will sie das eigene Haus in Ordnung bringen und verlorenes Vertrauen wiedergewinnen. Transparenz ist in der Buchhaltung schon an die Stelle der Kreativität getreten. Nach dem Kassensturz muß die Regierung Karamanlis handeln. Ungelegen wird ihr der "blaue Brief" aus Brüssel nicht kommen. Denn dann kann sie die unpopulären Maßnahmen, zu denen die Regierung Simitis nicht den Mut gehabt hatte, leichter durchsetzen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2004, Nr. 221 / Seite 13
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Von Holger Steltzner

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