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Kommentar : Hunger und Geld

Die Deutsche Bank will künftig wieder Finanzinstrumente auf Agrarprodukte anbieten. Angesichts der hohen Investitionen, die zur Ernährung der Weltbevölkerung gebraucht werden, handelt sie damit nicht unmoralisch.

          Es ist nicht Zeit für eine weitere Banker-Schelte, auch wenn die Deutsche Bank entschieden hat, künftig wieder Finanzinstrumente auf Agrarprodukte anzubieten. Im Gegenteil hat die Bank alles richtig gemacht. Wegen der Vorwürfe, hier erfolge eine Finanzspekulation auf Kosten Hungernder, die auch vom Bundespräsidenten vorgetragen worden sind, wurde der Handel mit den Produkten ausgesetzt und geprüft.

          Dutzende Wissenschaftler bescheinigen aber, dass die Unterlassung einer solchen Spekulation die Gefahr heraufbeschwört, für die Bekämpfung des Hungers kontraproduktiv zu sein. In einem Brief an den Bundespräsidenten weisen sie ihn auf die Versicherungsfunktion der Produkte hin, auf die Möglichkeit für Produzenten und Handel Preisrisiken abzuwälzen, auf Planungssicherheit und bessere Liquidität.

          Angesichts der hohen Investitionen, die zur Ernährung der Weltbevölkerung gebraucht werden, handelt die Deutsche Bank nicht unmoralisch. Spekulative Blasen müssen allerdings durch ein Informationssystem über Erzeugung, Lagerbestände und Verbrauch der wichtigsten Agrarrohstoffe eingeschränkt werden. Ein solches System hat die G20 aber auch schon beschlossen.

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