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Kommentar Gute Nachrichten

06.09.2005 ·  Das Überraschende an der Zunahme des Auftragseingangs in der deutschen Industrie ist nicht dessen Höhe. Das Überraschende ist, daß die Unternehmen nun den dritten Monat nacheinander ein sattes Auftragsplus einfuhren.

Von Patrick Welter
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Das Überraschende an der Zunahme des Auftragseingangs in der deutschen Industrie ist nicht dessen Höhe. Ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat ist beachtlich, hat es dank Großaufträgen aber schon häufiger gegeben.

Das Überraschende ist, daß die Unternehmen nun den dritten Monat nacheinander ein sattes Auftragsplus einfuhren. Das war angesichts der Konjunkturunsicherheiten nicht zu erwarten.

Die zweite gute Nachricht ist, daß die Bestellungen aus dem Inland nach dem Hoch im Juni nicht sofort wieder einbrachen. Das stützt die Erwartung einer leichten Belebung der hiesigen Wirtschaft im Herbst.

Die dritte gute Nachricht lautet, daß der deutsche Konsum offensichtlich in Bewegung geraten ist, auch wenn andere Indikatoren dies nicht erkennen lassen. Im Juli stiegen die Inlandsbestellungen der Konsumgüterhersteller den zehnten Monat nacheinander. Dies könnte der Vorbote einer Wende im Konsum sein.

Trotz der guten Nachrichten verbietet sich jedoch übertriebene Zuversicht. Der Ölpreisschock dürfte in den kommenden Monaten die Weltwirtschaft dämpfen und Kaufkraft ins Ausland umlenken. Und das jüngst starke Plus der inländischen Konsumaufträge weist wahrscheinlich auf Erwartungen des Einzelhandels hin, daß er vor einer Mehrwertsteuererhöhung noch vorgezogene Käufe bedienen wird. Stimmt das, dann wäre die Erholung so schnell vorbei, wie sie gekommen ist.

Quelle: F.A.Z., 07.09.2005, Nr. 208 / Seite 22
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