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Kommentar : Grüner Herzschmerz

Das Programm der Grünen skizziert eine heile, schöne, saubere Welt. Und trotz aller Umbrüche soll hier niemand abgehängt werden. Wie unbezahlbar das ist, ahnt man schon jetzt.

          Einen Fehler haben die Grünen nicht wiederholt bei der Zusammenstellung ihres Wahlprogramms: Anders als 2013 haben sie diese Mal nicht noch das letzte Randthema mit einer detailverliebten Ausarbeitung bedacht. Fleischfreie Tage sucht man vergebens im aktuellen Wahlkampfpapier der Ökopartei.

          An einigen Stellen werden die Grünen zwar durchaus konkret: 12 Milliarden Euro für ein Familienbudget, 2 Milliarden Euro für ein Wärmeprogramm und von 2030 an keine neuen Verbrennungsmotoren. Dennoch lassen sie bei der Rente oder der Steuerpolitik so viel Luft, dass sie in alle Richtungen verhandeln könnten. Klar ist aber: Herzenspartner der Grünen ist die erstarkte SPD. Und abgesehen vom Kohleausstieg, den die Sozialdemokraten keineswegs so leidenschaftlich wollen wie die Grünen, sind sich die beiden Parteien auch inhaltlich nah.

          Selbst darin, dass sie kaum größere finanzielle Freiräume für die Mittelschicht planen, dafür aber viele Ideen fürs Geld ausgeben haben. Das Programm der Grünen skizziert eine heile, schöne, saubere Welt, in der trotz fundamentaler Umbrüche niemand zurückgelassen wird. Wie unbezahlbar das ist, ahnt man schon jetzt.

          Henrike Roßbach

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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