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Kommentar : Grüne Minijob-Sense

Die Grünen wollen die Freigrenze von Minijobs deutlich senken. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs stieg zuletzt aber auch ohne eine Senkung der Obergrenze an.

          Die Opposition will sich das Thema Arbeitsmarkt für den Wahlkampf nicht nehmen lassen. Nun hat Grünen-Spitzenkandidaten Göring-Eckardt die Sense ausgepackt und die Senkung der Obergrenze für das Steuerprivileg von Minijobs von 450 Euro auf 100 Euro gefordert. So soll mehr sozialversicherte Beschäftigung entstehen, hofft sie. Dumm nur, dass dies sowieso seit Jahren geschieht und zwar in hohem Maße, während die Zahl der Minijobs sogar schon seit zehn Jahren stagniert. Außerdem werden Minijobs vor allem von Studenten und Rentnern ausgeübt sowie von Frauen, die deutlich sagen, dass sie das Haushaltseinkommen durch den Zuverdienst nur optimieren wollen.

          Die Politik ist gefragt

          Gerade einmal jeder Zehnte würde gerne mehr tun. Auf dieses Arbeitsangebot sollten Arbeitgeber und Agenturen in der Tat eingehen, aber bitte mit gezielten Angeboten und nicht mit pauschalen Rundumschlägen wie von Göring-Eckardt. Deren Freigrenze von 100 Euro würde übrigens genau das heutige Hinzuverdienstmodell vieler Hartz-IV-Empfänger verfestigen, denen jeder Euro mehr vom Arbeitslosengeld II abgezogen wird. Hier muss die Politik ansetzen, um wirkliche Brücken in den Arbeitsmarkt zu bauen.

          Sven Astheimer

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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          Quelle: F.A.Z.

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