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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Geld mit Attest

 ·  Wenn der Staat Kinderbetreuung ohne Bevormundung fördern will, muss er die direkte Krippenfinanzierung einstellen und stattdessen den Familien gleichmäßige Betreuungszuschüsse geben - in der Höhe nach Kassenlage. Was die Eltern mit dem Geld anstellen, ist dann ihre Sache.

Artikel Lesermeinungen (13)

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Tina Beyer
Tina Beyer (thyra55) - 18.04.2012 07:49 Uhr

Geld gegen Attest - Unverschämt

Es erschließt sich mir nicht, was das Betreuungsgeld mit den ärztl. Untersuchungen zu tun hat. Soll hier die Medizin/Pharmazie unterstützt werden?
Das Betreuungsgeld als Anerkennung und Wahlfreiheit? - Im Prinzip ein guter Ansatz. Denn warum Kinder bekommen, die man dann irgendwo abstellt, wie einen PKW? Kindererziehung geht nicht im Vorbeigehen. Hierbei sollten auch die Arbeitgeber in die gesellschaftliche Pflicht genommen werden. Abgesehen davon sind 100 € ein Tropfen auf dem heißen Stein, und eher ein Notnagel, weil der Ausbau der Kitas nicht läuft. Vor allem aber, wie kann man Eltern vorschreiben, welche medizinischen Möglichkeiten sie ihren Kindern angedeihen lassen! Und zur Steigerung der Unverschämtheit mit der verallgemeinernden Unterstellung, alle, die diese Möglichkeiten nicht nutzen, würden ihre Kinder vernachlässigen. Ist das Arroganz oder Intoleranz anderen Lebenskonzepten gegenüber? Frau Schröder ist für mich einfach zu jung für so einen Posten.

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Oliver Wirthmann

Zementierung

Der Eindruck verstärkt sich, dass es zumindest manchen Kreisen lediglich um eine Zementierung und Stabilisierung alter Rollenmuster und Denk-Schemata geht. Ich werde in diesem Jahr 40 und bin klassisch als Einzelkind zu Hause erzogen worden. In den 70-er Jahren mag das alles noch in die Landschaft gepasst haben, heute weiß ich als Vater mit einer berufstätigen Ehefrau, dass das Leben in heimischen Idyllen nichts mit dem täglichen Kampf in Arbeit, in der KITA für meinen Sohn und in der Halbtagsstelle für meine Frau zu tun hat. Das ist die Realität 2012 und nicht eine romantische Verklärung früherer Familienbilder. Und das schreibe ich als CDU-Mitglied. Zu fördern sind ausschließlich Plätze für Kinderbetreuung in Einrichtungen. Wer zu Hause erziehen möchte, soll das tun, warum aber eine finanzielle Leistung? Das ist ein Schlag ins Gesicht aller berufstätigen Mütter.

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Pablo Mentzinis

Auch die Kinderärzte lehnen das Betreuungsgeld ab

Nun könnte man vielleicht vermuten, dass die Kinderärzte dem neuen Betreuungsgeld etwas abgewinnen können. Denn die Auszahlung des Betreuungsgeldes sollte nach dem Willen der Familienministerin nur erfolgen, wenn die kinderärztlichen Untersuchungen regelmäßig durchgeführt werden. Aber das ist nicht der Fall. Auch die Kinderärzte lehnen das Betreuungsgeld ab. So jedenfalls das Ärzteblatt

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Dieter A.B. Raab
Dieter A.B. Raab (kulbi) - 16.04.2012 18:52 Uhr

Ja...

aber warum Kindergeld, Betreuungsgeld etc. Das produziert einen hohen Verwaltungsaufwand. Warum nicht einfacher über Entlastung der Eltern, des Familienvaters, über die Einkommenssteuer und Zuschüsse, je nach Kinderanzahl zu den Sozialversicherungskosten. Damit wird auch erreicht, dass nur Derjenige eine staatliche Ermäßigung und Zuschüsse erhält, der in die Sozialkassen einzahlt bzw. eingezahlt hat.

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wilhelm tschol
wilhelm tschol (wtschol) - 16.04.2012 18:34 Uhr

Brot und Spiele für das Volk - der Betreuungszuschuss als Beispiel politischen Wahlkalküls

Man kannte es bereits zu Roms Zeiten, als die Senatoren die Gunst des Volks mit Brot und Spielen zu beeinflussen suchten. Heute suchen demokratisch gewählte Regierungen und deren Mitglieder vor den Wahlen andere Wege. Fast überall wo der Souverän - im Gegensatz zur Schweiz - keinen direkten Einfluss auf das Steuer- und Ausgabengebahren der Staatsorgane hat, ist nun Hochkonjunktur der Versprechen. Da ja die Steuern und Abgaben aktuell überquellen, ist dies auch so in Deutschland. Und so kommt es, dass neben vielen weiteren Geschenken um die Reduktion der sowieso unnötigen Praxisgebühr, um die Reduktion der Krankenkassenbeiträge und über die parallele Erhöhung der Krippenplätze und der Einführung des Betreuungszuschusses gestritten wird. Der Kater kommt unweigerlich dann, wenn die Wirtschaftskrise wiederkehrt und die Einnahmen zurückgehen. Deutschland droht auf hohem Niveau aus dem Gleichgewicht zu geraten, un die grossen Parteien sind munter dabei. Ein Wahlkampfthema für die Piraten!?

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Stefan Neudorfer
Stefan Neudorfer (sttn) - 16.04.2012 17:53 Uhr

In Frankreich beträgt das Betreuungsgeld mehr als 400 €

und damit erhalten die Familien in Frankreich wirklich eine Wahlmöglichkeit, dort können die Eltern wählen ob sie ihre Kindererziehung outsourcen wollen oder nicht. Offensichtlich sind dem französischen Staat die Familien wichtiger als in der BRD. Nicht ohne Grund gibt es in Frankreich eine deutlich höhere Geburtenrate als in Deutschland.

Und es gibt noch einen Unterschied: In Frankreich werden die Eltern die ihre Kinder selber erziehen nicht von den Politikern beleidigt. Und was man sich alles anhören muß: Zum Beispiel das man als Elternteil das zusätzliche Geld nur zum Saufen verwenden möchte. Gehts noch?

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klaus keller
klaus keller (klkeller) - 16.04.2012 17:45 Uhr

Geld gegen Attest- gute Idee !

Wir haben wie immer mehrere Möglichkeiten: Wir können uns darüber aufregen das Kinder in widrigsten Verhältnissen aufwachsen und im ungünstigsten Fall das Schulalter gar nicht erreichen oder wir können Kontrolluntersuchungen generell zur Pflicht machen oder das Betreuungsgeld A-an die das Atteset binden und B- an den Wohnort.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 16.04.2012 17:45 Uhr

Kinderkrippen dienen nicht Kindern,

sie sind Einrichtungen im Interesse der Firmen, des Staates und karriereorientierter Müttern. Es geht letztlich nur um Geld, nicht um das Wohl der Kleinsten. Schweden hat 25 Jahre Erfahrung mit Krippen für nahezu 100% der Kleinkinder. Warum fördert nun, nach langen Diskussionen um die Langzeitwirkungen, Schweden die Betreuung zu Hause mit ca. 300 Euro/Monat? Deutschland hat das größte Experiment mit umfassender staatlicher Kinderbetreuung in der Welt gemacht. In der DDR. Wieso werden hier nicht nachträglich die Auswirkungen soweit wie möglich aufgearbeitet. Kinderärzte aus der ehem. DDR könnten viele Daten liefern. Sie melden sich zu Wort, werden aber ignoriert. Frühkindliche staatliche Betreuung ist ein Irrweg. Die beste Förderung für Familien wäre eine leistungsgerechte Besteuerung. Eigentlich wäre das keine Förderrung, es wäre nur entsprechend dem Prinzip des deutschen Steuerrechts. Aber das wird für Familien außer Kraft gesetzt.

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Rolf-Dirk Maehler

Da hat sich aber eine Interpretation eingeschlichen, die das ganze Finanzierungssystem infrage ...

... stellt. Es kann ja wohl nicht sein, daß der Staat "Wohltaten" verteilt. Staatliche Hilfen machen doch wohl nur Sinn, wenn einerseits Familien oder eben Kinder wirklich der Hilfen bedürfen und dann muß die Verwendung des Geldes schon nachgewiesen werden. Ganz grundsätzlich ist es jedermanns eigene Sache ob und wie er sein "Familienleben" gestalten möchte. Wirkliche Nothilfen wird man sicher bejahen, aber eine Belohnung fürs Kinderkriegen scheint mir doch ein wenig abartig zu sein. Hier in Spanien, wo ich lebe, findet das überwiegende Maß auch von Nothilfen in den Familien statt. Ich würde mich in einem Staat extrem unwohl fühlen, der alles regelt und mir alle Pflichten und damit auch alle Rechte abnimmt. Mit allem was der Staat für gut und richtig hält, muß ich nicht einverstanden und auch nicht glücklich sein. Und ganz offensichtlich gibt es immer mehr Menschen die Freiheit und auch Verantwortung außerhalb Deutschlands suchen und finden.

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bert Lorch
bert Lorch (darkspace) - 16.04.2012 16:18 Uhr

Völlig richtig!

alles andere wäre eine Bevorzugung von denen Eltern, die arbeiten gehen und ihr Kind in die Krippe schicken. Entweder der Job lohnt sich, dann kann man/frau auch die Krippe davon bezahlen oder es findet eine staatliche Subvention statt, dass Kinder nicht mehr von ihren Eltern sondern von Fremden betreut werden, was nicht im Sinne der Kleinstkinder sein kann.
Bereits jetzt können die übrigens Betreuungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

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fred meier
fred meier (Sikasuu) - 16.04.2012 15:55 Uhr

Wenn der Staat Kinderbetreuung ohne Bevormundung fördern will,....

... dann muss er erst einmal Rahmenbedingungen schaffen, damit Kinder Aufwachsen können.
.
Das Beginnt beim Mindestlohn, geht über eine Kindgerechte Umwelt..... bis hin zur chule, Bildung,Ausbildung mit relativ gleichen Changen.
.
Und wenn er DER STAAT=WIR die Gesellschaft dan noch die Leistung von Eltern belohnen wollen, dann wäre das mit Anrechnung in der RENTE usw. sehr gut getan.
.
STELT ELTERN BESSER! Im Beruf, bei den Steuern, in der Rente, am Wohnungsmarkt..... alles kein Thema aber bezahlt ELTERN nicht!
.
Kopfschttende Grüsse
Sikasuu

.
Ps. Ich finde es immer wieder "pervers", das eine Gesellschaft, die gegen Kinderlärm klagt, den Bildungsbereich verkommen lässt, Kinderfeindlich auf allen Ebenen ist, in Sonntagsreden Kinder SO Förden will:-(((((

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.04.2012 17:48 Uhr
klaus keller
klaus keller (klkeller) - 16.04.2012 17:48 Uhr

Der Sexualtrieb hält sich nicht an staatliche Rahmenbedingungen.

Wenn sie so argumentieren und ihre Wünsche nicht erfüllt werden könnte man um die Geburten zu vermeiden auch chinesische Verhältnisse einführen, wobei ich gar nicht so genau wissen will wie China seine 1 Kindpolitik durchsetzt.

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Roland Magiera

immer nur Geld, Geld, Geld

vorzugsweise das der anderen.

Denn Geld ist das Trauma dieser Welt
Geld langsam ihr Gesicht entstellt
Geld zerbricht unsre Träume
Geld zerfrisst unsre Liebe
Geld immer nur Geld

Dann mögen sie sich der Fehlbetrachtung gänzlich hingeben, dass ein Mehr an Geld die Empfänger zwangsweise zu besseren Verhältnissen leitet. Vor allem nicht, wenn es dem der es erarbeitet hat zuvor GESTOHLEN wurde.

Das ist immer nur ein Transfer von den Fleißigen zu den Unmotivierten/Unfähigen! Denn die Fleißigen bräuchten kein Staatsgeld. Bis zu einem gewissen Punkt ist das human und zu begrüßen. Aber wenn die Gesellschaft erst so tief gesunken ist, dass
"in meinem Geiste brennt es flammenrot
fast nur für andere geschuftet du IDIOT!"
zur zwangsweise Erkenntnis wird, dann können wir alle zusammen fröhlich raten, wie lange es dauert, in Jahren oder Jahrzehnten, bis dass der letzte Leistungsträger der Industrie und bedeutende Wissenschaftler dieser Gesellschaft gründlich ausgetrieben worden sind

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Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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