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Kommentar Frankreichs Irrweg

 ·  Die Regierung in Paris setzt auf hohe Umverteilung und noch mehr Staatswirtschaft. Dabei ist Frankreich mit einer Staatsquote von 56 Prozent schon heute praktisch handlungsunfähig.

Artikel Interaktiv (1) Lesermeinungen (20)
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günther reichert

Staatswirtschaft und der Tunnelblick-eine Krankheit des Geistes unter Stress.

was sollte man auch Anderes erwarten.Wenn viele Gehirne ,ob links oder rechts in FR so stark dem Verständnis,wie Staat und Wirtschaft zu funktionieern hat, wie es in den Absolventen der grandes écoles ,Universitäten,etc zum Ausdruck kommt,ausgerichtet sind,ist es kein Wunder,dass dieser kollektive Tunnelblick nichts anderes zuläßt.

In Deutschland gibt es einen anderen Tunnelblick,dass Dinge nur noch ökonomisch gesehen werden,die eigentlich nicht dem ökonomischen Bereich zuzuordnen sind.
Warum machen Banker so viel Mist,warum machen Politiker nur Themen auf ,die ihrer eigenen Klientel vorwiegend geldlich nützlich ist,warum begrreifen Unternehmenslenker in Unternehmen nicht,dass Wirtschaften heißt Vergessen ,was vorher war-und nicht die bleibenden Dinge ,die zu entwickeln sind.Die persönliche Identitätsgewinnung(Unternehmenslenker sprechen immer von "ihrem" Lebenswerk) aus "tun" kann kein Maßstab sein für Zukunftsentwicklungen,wenn das Umfeld nicht ausreichend mit einbezogen wird.

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Maron Wagner
Maron Wagner (Mawa62) - 21.11.2012 01:01 Uhr

Diese liberalen Märchen scheitern schon an den gutbekannten realen Zahlen

In den Ländern mit extrem niedriger Staatsquoten wie Japan, Irland, Australien oder USA, also bei den vermeintlichen Vorzeigebeispiele für liberale Ideologen, sieht es auch nicht besser aus als in Frankreich.

Im Gegenteil überführen die Zahlen der Staatsverschuldung weltweit reihenweise liberal "besetzte" Industriestaaten als noch "handlungsunfähiger" als Frankreich.

Japan hat 210% des BIP Schulden, USA und Irland z.B. über 100%.
Frankreich ist kaum schlechter (86%) als Deutschland (82%).

Grüße an all die Absolventen der Liberalen Jodelschule* hier!(*frei nach Loriot)

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.11.2012 12:04 Uhr
günther reichert

Ja ,so ist es:Ökonomische Modelle sind immer Kontrukte,die,wenn sie passen und dabei wirtschafliche

Erfolge sich einstellen,Ökonomen meinen,ihre Theorie sei richtig.
Kein Naturwissenschaftler käme auf die Idee ,wenn er eine Theorie aufstellt,dass diese Theorie oder Modell die Wirklichkeit vollständig beschreibt.Es gelten immer noch die Randbedingungen,die mitunter eine Vermutung einer Richtigkeit einer Theorie oder Modells belegen, nur in der Richtigkeit einer Beschreibung,nicht in der existentiellen Beschreibung,zulassen.

Was zB Japan anbelangt,zeigt sich, dass das BIP-Modell nicht zum Vergleich geeignet ist.Im Westen gehen manche Eltern,die ihre Töchter und Söhne zum Studium nach Japan schicken,auf den Leim der unterschiedlichen Verhältnisse und sehen nur die Schokoladenseiten aus der Ferne.

Es ist schon eine alte Tatsache,dass eine Freundin,die weiter weg wohnt als eine Freundin ,die in der Nähe wohnt,sympathischer und ggf hüscher empfunden wird.Das sind eben Irrtümer des Menschen,die auch bei hübschen ökonomischen Modellen sich einstellen.

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Wolfgang Richter

Kein Wunder

Angesichts des von Wunschdenken, Realitätsverlust und Ideologie geprägten Verhalten Hollandes ist die schlechte Beurteilung F's kein Wunder.
Keine Spur von "wir haben verstanden", stattdessen nur ideologischer Starrsinn.
Aber Lästern über F ist billig:
Wenn es Rot-Grün bei uns 2013 schaffen sollte, wird Frankreichs Weg unser eigener sein.

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Carlos Anton

Nichts gelernt

Man wundert sich, warum die Franzosen in ihrer Mehrheit für einen Präsidenten gestimmt haben, der mit billigen Versprechungen und Maßnahmen geworben hat, die unzählige Male gescheitert sind. Man wundert sich auch, warum nicht auch die Sozialisten etwas hinzulernen. Das eigentliche Problem ist wohl, daß Charaktere wie Hollande nicht am Wohlergehen der Bürger, sondern nur an eigener Karriere interessiert sind. Sarkozy verhielt sich nobler, er hielt an seinem Konzept fest, obwohl es nicht populär war.

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Christian Duus

Frankreich ist das Paradebeispiel dafür,

wie unendlich ökonomisch bedeutsam kulturelle Unterschiede einzelner Länder sind. Aufgrund dieser kulturellen Unterschiede ist eine ''friedliche'' Währungsunion mit Deutschland eigentlich nicht möglich, da Politansätze und Interessen natürlicherweise so unterschiedlich sind.

Und trotzdem gibt es die Währungsunion und den Euro. Befinden wir uns also in einem de facto Kriegszustand mit Frankreich? Es gibt nicht wenige Beobachter, die dafür so manches Anzeichen und historische Parallelen fänden ;-)

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.11.2012 21:13 Uhr
Ulla Nachtmann

hmmm

"Befinden wir uns also in einem de facto Kriegszustand mit Frankreich?"
.
Noch nicht. Aber sicher bald, wenn Holland jetzt immer mehr auf Merkel kniet, sich an ihrem Hosenanzug festklammert - bis sie am Boden ist ob des Gewichts (Blei).
Weitere downgrades sollen schon in der pipeline sein. Und dann?

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Johann Stahuber

Also doch - - jetzt schon

Im Juli hatte ich Frankreich noch Zeit bis Anfang nächsten Jahres gegeben, bis dunkle Wolken aufziehen. Naja, bis das Thema Rettungsschirm losgeht, können noch ein paar Monate vergehen.

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Ulla Nachtmann

Im freien Fall

"Der schleichende Niedergang der französischen Wirtschaft drückt sich noch nicht in Form steigender Zinskosten für Frankreich aus."
.
Momentan sind es nur 50 bps zu Bunds für die 10-jährigen. Das wird sich schnell ändern und auf 150 steigen, wenn nicht noch mehr. Dazu brauchts nur den Fall von GR.
Es wird also interessant die CDS spreads zu beobachten.
Die Südeländer werden Deutschland schnell runterziehen, insbesondere F wenn erst die volle Wahrheit ans Licht kommt.
Auch wenn Sozi Hollande immer unbeliebter wird (trotz unehrlicher "hommages" wie jene von BHL), die Mehrheit der Franzosen wird nicht einsehen, dass ein horrender Staatsanteil einfach ihre Privatwirtschaft auffrißt und das Land immer verletzlicher und vor allem angreifbarer macht.
F ist in Wahrheit die größte Gefahr für die "Friedenswährung" teuro.
WIE sollte eine Merkel uns erklären, dass WIR jetzt der letzte Hase sind den die Hunde beißen werden?
Auch lesenswert: "Guest Post: Europe Is Now Sinking Fast" (zh)

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Norbert Unger

Erst einmal an die Wand fahren...

dann können die Konservativen wieder übernehmen (wer das in F auch immer sein wird). Nur so können Sozialisten agieren, und mit Verlaub, Francois Hollande hat die Ausstrahlung eines Vertreters (Entschuldigung bei den Vertretern). Da kann er machen was er will, auch im Elysée Empfänge veranstalten, es wirkt oft peinlich.

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Britta Litterscheidt

Betet, freie Schweizer, betet! Eure fromme Seele ahnt...

(Auszug a.d. schweiz. Nationahymne)..

Passt auch zur derzeitigen Eurokrise.

Spiegel 25.09.12:
SNB hat i.d. Eurokrise gigantische Euro- Reserven angehäuft. Investments vor allem in Kernländer: insbesondere Deutschl +Frankr... Schätzung von S&P: Allein in 3 Quartalen 2012 "lagert" SNB Staatspapiere i.H.v. 80 Mrd.

DWS Investment 30.10.12:
SNB kauft Euro, um den Franken v.d. Aufwertung zur Parität + die heimische Exportindustrie.... zu schützen... Diese Euro kann sie nicht wirklich brauchen und kauft daher dtsche + franz. Staatsanleihen.... was in/für Frankreich den Eindruck erweckt, die Staatsfinanzen in Frankreich seien solide. Das ist eine Illusion...

Sorgenvoll, liebe Schweizer, schauen wir auf die Entwicklung in den Krisenländern. Wenn Frankreich "fällt", reißt es uns alle mit - auch euch, fromme Seelen ...

Insofern nehmen wir eure Kritik, Aufmunterungen und Ratschläge gern und im "Geiste gemeinsamer Solidarität" an.


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Martin Preckwinkel

Ihr habt es doch so gewollt!

Jeder, der politisch interessiert ist und in der Vergangenheit diese politische Mitte gewählt hat, trägt mit an der Verantwortung für das, was wir jetzt erleben. Die gemeinsame Finanzpolitik, bei der Deutschland der Zahlmeister ist und bei der alle Südländer konsequent nur ihre jeweiligen eigenen nationalen Interessen verfolgen, wird im Ergebnis die totale Sozialisierung der Schulden in Europa bringen. Ich fordere die Rückkehr zur nationalen Finanzpolitik in Deutschland mit einer freien Bundesbank wie gehabt. Die Deutsche Mark muss wieder eingeführt werden, was neben dem Euro absolut möglich ist. Die Märkte werden den jeweiligen Wert sprich Wechselkurs zeigen.
Ich werde nur eine Partei wählen, die eine Rückkehr zur eigenständigen Finanzpolitik in ihrem Wahlprogramm hat.

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wolf haupricht

Sozialisten sind beratungsresistent.....

und halten an ihren Prinzipien fest. Da sie nicht lernfähig sind, werden sie sich mit aller Macht an den EU-Geldtöpfen festklammern und Solidarität einfordern. Sozusagen eine Union nach den Wünschen FR.

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Gregor Breuer
Gregor Breuer (GrBr) - 20.11.2012 19:51 Uhr

Nepotismus

Quasi nepotistische Zustände im französischen politischen System, bei denen immer diejenigen besonders bevorzugt werden, Linke wie Konservative, die von den französischen Eliteschulen kommen und deren Vorfahren auch oft schon in diesem Milieu verhaftet sind, verhindern auf breiter Front eine Erneuerung. Wie Hollande ist auch der neue, Copé, ein Abkömmling der Eliteschulen und das wird in den französischen Medien, die links wie rechts ebenfalls durch das Milieu geprägt sind, goutiert.
Es ist dem französischen Mittelstand oder Quereinsteigern so gut wie unmöglich, in einflussreiche politische Positionen zu kommen. Die immer weiter wachsende Staatsquote wirkt dem entgegen. Arme Franzosen. Aber auch eine Staatsquote von 46 Prozent, wie in Deutschland, ist auf Dauer alles andere als zukunftsträchtig. Die Macht gehört in Demokratien in die Hand des Souveräns und nicht in die der Exekutive.

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Ralf Kowollik

Land ohne Liberale

Thomas Klau, der frühere Brüssel-Korrespondent der heute von Schließung bedrohten "Financial Times Deutschland", hat einmal über das Verhältnis der Franzosen zum Liberalismus angemerkt: "Liberalismus ist bei unseren französischen Nachbarn fast so etwas wie ein politisches Unwort - für Linke sowieso, aber auch für einen großen Teil der regierenden Rechten und des kriselnden Zentrums."
Am Beispiel Frankreichs lässt sich gut besichtigen, wie es mit einem Land bestellt ist, in dem eine liberale Partei wie die deutsche FDP praktisch nicht-existent ist. Eine Warnung auch an die Deutschen, den politischen Liberalismus nicht aussterben zu lassen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.11.2012 23:13 Uhr
Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 20.11.2012 23:13 Uhr

Die FDP hat leider den politischen Liberalismus...

zugunsten einen klientalistischen Liberalismus verraten und verkauft. Sie hat heute nur noch die Funktion, Partikularinteressen von "gehobenen" Berufsgruppen in die Gesetzestexte zu transferieren. Deshalb muss sie möglichst schnell verschwinden.

Wir brauchen deshalb eine neue gesellschaftliche Kraft (warum muss das immer eine Partei sein) die sich wieder für den echten Liberalismus einsetzt, fernab von den Oberklasse-Standesinteressen. Dieser philosophische Liberalismus ist für das Gemeinwohl der Gesellschaft äußerst wichtig. Für Deutschland! Weg mit der FDP, her mit echtem Liberalismus.

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Elisabeth Dreier

Hoffnungslos, unsere Politiker fast geschlossen Eurofanatiker und…

Und unser „Freunde“ heben das Grab für Deutschland aus. Tanzen Staaten in dieser EU nicht im Takt, so werden schließt man sie aus, wie für Schweden und Großbritannien nun geprüft wird, weil sie für die EU einen Billionenhaushalt nicht unterstützen. Hauptsache die EU, mit dem Taktgeber Frankreich gewinnt dadurch mehr Macht. Die Finanzen hat Deutschland zu garantierten. Ich werde nicht mehr das kleinere Übel wählen, sondern nur Politiker die gegen Eurorettung und/oder für die Distanzierung zur EU sind.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.11.2012 22:42 Uhr
Christa Gogolok
Christa Gogolok (celino) - 20.11.2012 22:42 Uhr

Sehr geehrte Frau Dreier, Sie haben den Grundkonflikt genau benannt:

... nämlich Frankreich als politischer Taktgeber in der EU und Deutschland als Finanzier oder - wie es so schon heißt "Frankreich regiert, Deutschland zahlt". Die französische Strategie, eigene Nationalinteressen zu europäisieren, ist ein wesentliches Element frz. Außenpolitik in Europa. Im Grundsatz hat sich daran auch nichts geändert.
Solange die Kosten der deutschen Nachgiebigkeit sich im maximal hohen einstelligen Milliardenbereich bewegten, konnte Deutschland sich die angebliche deutsch-französische "Freundschaft" schönreden.
Nun aber sind die enormen Belastungen für Deutschland existentiell bedrohlich, das Einbringen eines eigenen politischen Profils mit eigenen Standpunkten und Forderungen ist überlebenswichtig. Deutschland kann es sich buchstäblich nicht mehr leisten, klaglos den (zahlenden) Juniorpartner für Frankreich zu geben.
Die Eurokrise hat diesen Grundkonflikt nur scharf zutage treten lassen. Latent gab es diese dt.-frz. Unwucht schon immer.

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Max Schmid
Max Schmid (CH-Gast) - 20.11.2012 19:05 Uhr

Gut, dass die EU Phantasten über die gute Medizin gegen den Kollaps von F verfügen

Hier die Medikamentenliste:
1. EZB-Notenpresse
2. Fiskalpakt
3. ESM
etc.
Hosianna !

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.11.2012 19:38 Uhr
Elisabeth Dreier

Wo sind die unbegrenzten Target2Salden?

Nahezu eine Billion hat Deutschland an positiven Target2Salden in der Eurozone. Niemand wird glauben, dass diese Summe je eingetrieben werden kann. J. Weidmann warnte vor Monaten, dass genau dafür Rücklagen gebildet werden müssen. W. Schäuble überhörte dies.
Aber wenigstens werden die Traktorsitze nicht mehr von der EU reguliert.

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20.11.2012, 17:54 Uhr

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