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Ernährungs-Kommentar : Fertigpizza und Vernunft

Fast jeder zweite informiert sich gezielt im Internet, was in den Produkten steckt, die er kauft. Da braucht es keine neuen Informationsvorschriften.

          Die Vorstellung des neuen Ernährungsreports hätte für den zuständigen Minister Christian Schmidt (CSU) nicht besser laufen können. Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich demnach ein staatliches Tierwohllabel, wie er es in der vergangenen Legislaturperiode angestoßen hatte.

          Überhaupt kann es nach dem Willen der Verbraucher gar nicht genug Hinweise auf Lebensmitteln geben. Neben allen Inhalts- und Zusatzstoffen sollen die Verpackungen auch über geographische Herkunft, Umweltverträglichkeit und Handelsbedingungen Auskunft geben. Da wird das mit dem Platz für das Produktfoto langsam aber sicher eng.

          Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder die Rufe nach einer Ampel-Kennzeichnung laut werden. Doch die Politik tut gut daran, diesen nicht nachzugeben. Denn der Ernährungsreport zeigt auch: An Informationen mangelt es den Verbrauchern schon heute nicht.

          Fast jeder zweite informiert sich gezielt im Internet, was in den Produkten steckt, die er kauft. Das hindert ihn freilich nicht daran, im Supermarkt dann trotzdem zur ungesunden Fertigpizza zu greifen. Essen hat eben nicht nur etwas mit Vernunft zu tun – und das ist gut so.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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