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Kommentar : Fahrenschons Wiederwahl verschieben

Die Sparkassen tragen ihre Gemeinwohlorientierung wie eine Monstranz vor sich her. Jemand, dem Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, ist an ihrer Spitze kaum haltbar.

          Bis Dienstag schien Georg Fahrenschons Wiederwahl zum Sparkassenpräsidenten sicher. Doch einen Tag vor der Abstimmung hat jemand, der Fahrenschon so richtig schaden will, eine bisher im bayerischen Nebel wabernde Ermittlung gegen ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ans Licht befördert.

          Gemutmaßt wird, dass „Parteifreunde“ aus der CSU mit dem früheren bayerischen Finanzminister Fahrenschon noch eine Rechnung offen haben und ihn nun zu Fall bringen wollen. Das lässt sich natürlich nicht beweisen, und es ist auch nicht entscheidend. Entscheidend ist vielmehr, dass die Sparkassen aus den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft an diesem Mittwoch die richtigen Schlüsse ziehen.

          Das Amt des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ist das wichtigste, das die größte deutsche Finanzgruppe für immerhin sechs Jahre zu vergeben hat. Für die Sparkassen, die ihren öffentlichen Auftrag mit Gemeinwohlorientierung und regionaler Nähe oft wie eine Monstranz vor sich hertragen, ist jemand an der Spitze kaum tragbar, dem Steuerhinterziehung vorgeworfen wird. Die Sparkassen sollten bis zur Klärung der Vorwürfe die Wiederwahl Fahrenschons verschieben.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

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          Quelle: F.A.Z.

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