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Kommentar Es werde Opel

24.04.2009 ·  Niemand sollte sich Illusionen hingeben, wenn Fiat und Opel zusammengehen. In dieser Verbindung drohen Werksschließungen und für Tausende der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Bund und Länder werden gleichwohl um staatliche Garantien nicht herumkommen. Einziger Trost: Ohne einen Partner ist Opel sicher am Ende.

Von Holger Appel
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Sie kennen sich aus einer früheren Liaison, ihre Modelle Punto und Corsa stehen auf dem gleichen Fundament, sie sind jeder für sich zu klein, und die Regierungen an ihren Standorten haben kein Interesse an ihrem Untergang: Fiat schickt sich an, den taumelnden Autohersteller Opel zu übernehmen. Orchestriert vor allem durch Bundeswirtschaftsminister Guttenberg und den hessischen Ministerpräsidenten Koch, scheint zu geschehen, was die Ableitung des Begriffes Fiat aus dem Lateinischen gebietet: Es werde bereitet, es werde Opel.

Aus dem deutschen Unternehmen kommt sogleich Ablehnung: „Wir kennen die Braut“, sagt der Betriebsratschef und meint damit die 2005 schon einmal gescheiterte Verbindung der beiden Hersteller. Vor allem hat er, völlig zu Recht, Sorgen vor einem umfangreichen Arbeitsplatzabbau, denn Opel und Fiat bauen weitgehend die gleichen Autos in den gleichen Segmenten.

Keine Wunschkandidaten

Es gibt in der Tat bessere Lösungen. Man hätte sich eine Übernahme durch den indischen Konzern Tata vorstellen können, dessen Marken Jaguar und Land Rover die Produktpalette und dessen Präsenz in Asien das regionale Angebot ergänzt hätten. Oder Daimler. Oder BMW. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. In der angeblich vorhandenen Schlange von Interessenten scheinen derartige Wunschkandidaten nicht zu stehen. Das mag sich noch ändern, zumal die Muttergesellschaft General Motors bereit zu sein scheint, Opel zu verschenken. Doch bislang bleiben nur die Avancen von Finanzinvestoren, dem Zulieferer Magna und von Fiat. Und die Zeit drängt, die Insolvenz hängt in der Luft.

Video: Opelaner skeptisch wegen Fiat

Immerhin muss man zugestehen, dass Fiat sich unter seinem Vorsitzenden Marchionne gemausert hat. Er versteht etwas vom Geschäft, pokert gleichzeitig um einen Einstieg bei Chrysler und wird sich gut überlegt haben, ob er mit Opel in die Liga von VW oder Toyota vorstoßen und dort profitabel arbeiten kann. Niemand sollte sich aber Illusionen hingeben. In dieser Verbindung wird es zu Werksschließungen kommen. Tausende werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Bund und Länder werden trotzdem nicht um staatliche Garantien für Opel herumkommen. In der Not bleibt nur wenig Trost: Ohne einen Partner ist Opel sicher am Ende. Da ist der Versuch mit einem industriellen Investor vermutlich tragfähiger als mit einem Finanzinvestor. Und er ist allemal besser als ein Siechtum auf Staatskosten.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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