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Kommentar Energieminister Glos

04.01.2006 ·  Es war auch an der Zeit, daß ein Bundeswirtschaftsminister Energiefragen wieder als vorrangige Aufgabe begreift. Der Gasstreit zwischen Rußland und der Ukraine hat eindrücklich gezeigt, wie fahrlässig es wäre, sich in wachsendem Maße auf Rußland zu verlassen.

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Es war auch an der Zeit, daß ein Bundeswirtschaftsminister Energiefragen wieder als vorrangige Aufgabe begreift. Hatte Michael Glos mit seiner Themenwahl bisher keine glückliche Hand, legt er jetzt den Finger in die richtige Wunde: den Atomausstieg als einen der größten Fehler der deutschen Energiepolitik.

Der Gasstreit zwischen Rußland und der Ukraine hat eindrücklich gezeigt, wie fahrlässig es wäre, sich in wachsendem Maße auf Rußland zu verlassen. Das aber wird notwendig, wenn die Regierung Merkel daran festhält, die deutschen Kernkraftwerke bis 2021 abzuschalten. Ein Drittel der Stromerzeugung müßte dann ersetzt werden. Damit würde die hohe Abhängigkeit von russischem Gas noch weiter zunehmen, auch weil die von Rot-Grün als Ersatz für Atomkraft vorgesehene unstete Windenergie zur Stabilisierung schnell anfahrbare Gaskraftwerke braucht.

Bisher scheint es, als wolle die große Koalition auf den von der alten Regierung falsch gestellten Weichen in der Energiepolitik einfach weiterfahren, um Streit zu vermeiden. Glos darf nicht lockerlassen. Es kann nicht sein, daß ausgerechnet Deutschland als einer der sichersten Standorte für Kernkraftwerke aus dieser Technologie aussteigt - und sich damit der Möglichkeit begibt, den Wettbewerb im Energiebereich aus eigener Kraft zu stärken. Denn die Versorgung mit Energie wird um so sicherer, je mehr Anbieter im Markt sind.

Quelle: F.A.Z., 05.01.2006, Nr. 4 / Seite 9
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Von Holger Steltzner

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