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Kommentar Eine verlorene Wette

09.02.2011 ·  Der Bundesgerichtshof denkt darüber nach, Banken generell zum Ausweis ihrer erwarteten Gewinnmargen für umstrittene Zinswetten zu zwingen. Das wäre ein kleines Erdbeben auf dem milliardenschweren Markt. Allerdings spielt der BGH einen Aspekt herunter, der zuvor Kern der Urteilsfindung war.

Von Holger Paul
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In der Deutschen Bank wird man sich wünschen, die umstrittenen Zinswetten (Spread-Ladder-Swaps) nie verkauft zu haben. Denn der Bundesgerichtshof denkt nun darüber nach, die Banken generell zum Ausweis ihrer erwarteten Gewinnmargen für solche Finanzderivate zu zwingen.

Der Anwalt der Deutschen Bank warnt schon vor den nächsten Finanzmarktkrise, käme es dazu. Das ist sicherlich überzogen, aber auf dem milliardenschweren Markt für viele Finanzderivate würde tatsächlich ein kleines Erdbeben erfolgen, sollte der Bankensenat diese Haltung im März auch in sein Urteil schreiben.

Die obersten Richter würden damit ihrer Linie folgen, die Banken zu zwingen, die internen Kalkulationen immer weiter preiszugeben. Mit den „Spread-Ladder-Swaps“ wurden seinerzeit Produkte verkauft, die eigentlich reine Wetten waren und von daher für Mittelständler oder Kommunen ungeeignet.

Allerdings spielt der BGH einen Aspekt herunter, der in vielen Vorinstanzen Kern der Urteilsfindung war. Gleichgültig, wie gut oder schlecht die Bank beraten hat; viele der Kläger hatten das Produkt nicht verstanden – und hätten sich deshalb nie auf das Geschäft einlassen dürfen.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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