http://www.faz.net/-gqe-74fyr

Kommentar : Die Grünen im Sozialrausch

Die Grünen machen derzeit auf Rot: Die Delegierten wollen einen umfassenden Ausbau des Sozialstaats. Wenn die Welt so einfach wäre, hätte es eine Agenda 2010 nie geben müssen.

          Mehr Geld für Langzeitarbeitslose, ein Aussetzen der Sanktionen für Arbeitsunwillige, eine neue Garantierente, die Kindergrundsicherung - die Grünen machen auf Rot. Völlig losgelöst von ihrer eigenen Regierungserfahrung, den finanziellen Möglichkeiten eines verschuldeten Gemeinwesens und den Zwängen einer international verflochtenen Volkswirtschaft haben die Delegierten sich einem wahren Umverteilungsrausch hingegeben.

          Sie drohen in dieselbe Falle zu laufen wie die Liberalen vor drei Jahren, die in Zeiten einer Staatsschuldenkrise üppige Steuersenkungen versprochen hatten. In der Regierung musste sich die FDP von ihren Träumen verabschieden. Doch da war es schon zu spät, die ihr gerade noch euphorisch zujubelnden Wähler wandten sich mit Grausen ab.

          Nun soll es nach den Vorstellungen der Grünen statt radikaler Steuerreform einen umfassenden Ausbau des Sozialstaats mit massiven Steuererhöhungen geben. Wenn die Welt so einfach wäre, wie sie sich die Grünen malen, dann hätte es nie eine Agenda 2010 unter Rot-Grün geben müssen. Man kann nicht ungestraft die ökonomischen Zwänge ignorieren. Früher oder später müssen das die Grünen wieder lernen.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Jung und konservativ und eine Kritiker von Kanzlerin Merkel: Jens Spahn

          Merkels neue Minister : Reform statt Revolution in der CDU

          Angela Merkel gibt dem Druck aus der eigenen Partei nach und kündigt vor dem Parteitag eine Verjüngung der CDU-Minister in der nächsten Bundesregierung an.

          Olympia-Kommentar : Schluss damit!

          Genug gebüßt! Das IOC will einen Schlussstrich unter die Causa Russland ziehen: Die baldige Rückkehr des russischen olympischen Komitees auf den Olymp ist vor allem eine Frechheit gegenüber Sportlern in aller Welt.

          Zur Frankfurt-Wahl : Große und kleine Überraschungen

          Peter Feldmann ging von der Pole Position des Amtsinhabers ins Rennen, diesen Vorsprung hat er beherzt genutzt. Seine Motorleistung war jedoch nicht so stark, dass er die Konkurrenten um den Posten des Rathauschefs vom Start weg hätte überrunden können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.