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Kommentar Der zweite Arbeitsmarkt

06.09.2004 ·  pwe. Die Grundidee der Hartz-IV-Reform ist es, Arbeitslosen mehr Anreize zu geben, eine Beschäftigung aufzunehmen. Mit gekürzten Anspruchsrechten Arbeitsloser an den Sozialstaat öffnet die Reform die Tür, daß wieder ein Markt für ...

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Die Grundidee der Hartz-IV-Reform ist es, Arbeitslosen mehr Anreize zu geben, eine Beschäftigung aufzunehmen. Mit gekürzten Anspruchsrechten Arbeitsloser an den Sozialstaat öffnet die Reform die Tür, daß wieder ein Markt für Geringverdiener entsteht, auf dem geringqualifizierte Langzeitarbeitslose eine Chance zum sozialen Ein- und Aufstieg finden könnten. Die Bundesregierung bemüht sich nach Kräften, diese Tür schnell zu schließen. Denn genau dies bewirkt der Plan, 600.000 Langzeitarbeitslose in gemeinnütziger Tätigkeit zu beschäftigen.

Es ist Augenwischerei anzunehmen, daß die staatlich subventionierten Ein-Euro-Jobs keine Stellen verdrängen werden. Jeder Arbeitslose, der sich im Kindergarten als Wächter die Zeit vertreibt oder der Fahrdienste für Wohlfahrtsverbände übernimmt, könnte auch regulär beschäftigt werden. So wird der Markt für private Dienstleister eingeengt - durch einen staatlich geförderten und kontrollierten zweiten Arbeitsmarkt. Diese Entwicklung wird zwar manchen Arbeitslosen beschäftigen, seine Chancen auf reguläre Arbeit jedoch mindern. Hinzu kommt: Je billiger es für Kommunen wird, in subventionierter Tätigkeit Parks säubern zu lassen oder Bibliotheken länger offenzuhalten, desto höher werden die Ansprüche an den Wohlfahrtsstaat steigen. Die Einsicht, daß der deutsche Staat abspecken muß, wird mit öffentlich finanzierter Gemeinnützigkeit nicht wachsen.

Quelle: pwe., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2004, Nr. 208 / Seite 11
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Von Holger Steltzner

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29.05.2012 15:36 Uhr
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