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Kommentar : Der Quotenknochen

Streit um die Frauenquote: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) in Berlin beim Spitzengespräch über Frauen in Führungspositionen Bild: dapd

Das Drängen nach verbindlichen Festlegungen zum Frauenanteil ist unsinnig. Die Unternehmen geben dem gerade so weit nach, damit nicht eine Einheitsquote per Gesetz gilt. Frauen kommen dort, wo sie kämpfen, langsam aber stetig voran.

          Was für ein Bild: Gleich drei Ministerinnen balgen sich nun um den Quotenknochen. Allein der ebenfalls auf dem Frauen-Förder-Gipfel anwesende Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat erkennbar andere Sorgen als die Frage, ob Vorstände und Aufsichtsräte im Land weiblicher werden.

          Die Abgesandten der Dax-Konzerne machten die übliche politisch korrekte gute Mine zum Anliegen des Damenkränzchens. Dem unsinnigen Drängen nach verbindlichen Festlegungen zum Frauenanteil gaben sie gerade weit genug nach, um der Regierung keinen Vorwand zu liefern, womöglich doch unverzüglich per Gesetz die Einheitsquote vorzugeben, die Arbeitsministerin Ursula von der Leyen mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit fordert.

          Man wette besser nicht darauf, dass die schwarz-gelbe Koalition Rot-Grün nicht auch in Sachen Frauenquote in dieser Wahlperiode noch überholt. Grund dazu gibt es nicht. Frauen kommen dort, wo sie kämpfen, langsam aber stetig voran. Erschreckend ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Politik ihre Wunschbilder in die Unternehmen projiziert. Erschreckend auch der fehlende Sinn für unternehmerische Freiheit, der leider nicht nur in der Quotendebatte zum Ausdruck kommt.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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          Quelle: F.A.Z.

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