07.09.2011 · Die Schweizerische Nationalbank hat eine Grenze für die Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro formuliert. Wie kommt die Bank von der Verteidigung der Kursgrenze wieder los?
Von Jürgen DunschRichtlinien für Lesermeinungen
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@Christoph Runge Die Schweiz war sich immer selbst am nächsten
die Preise sind in der Schweiz teilweise noch viel höher > einzeln bis und
über 100% teurer. Dies ist aber nicht nur wechselkursbedingt, sondern
abhängig von staatl. Importsteuern bis hin zu vom Einzelhandel
(MIGROS,COOP) gesteuerten Preispolitik. Wenn der eine "weisse"
Eigenmarke für 5 CHF verkauft, dann kann ein ausl. Markenprodukt nicht
günstiger verkaufen. Also wird es darüber kalkuliert.
Und hat die Schweiz je danach gefragt, dass ihre Banken mit staatl. Hilfe, Schwarzgeld in Höhe von vielen Hundert Milliarden generieren. Mit Hilfe von entwickelten Anlagevehiclen die Volkswirtschaften anderer Länder schädigten?
Nein! Eine Report der US-Finanzbehörde zeigt gerade auf, dass nach der
Aufdeckung der UBS-Affäre einfach andere CH-Banken die Kunden übernommen
haben und genauso weitermachen. Es gibt keine Weissgeldstrategie in der Schweiz.
Natürlich wird es eine Blase am Immobilienmarkt...
...geben, die, wenn sie dann den Weg aller Blasen gegangen ist, den Schweizer Bankensektor erneut ins Trudeln bringen wird und mit der natürlich einhergehenden Kreditverknappung automatisch dafür sorgen wird, dass die Schweizer Wirtschaft eine scharfe Rezession erleben wird, weil auch die wichtigsten Handelspartner wahrscheinlich immer noch am schwächeln sein werden. Teure, staatliche Konjunkturpakete und Bankenrettungen, ohne die es ja scheinbar wirklich nicht mehr geht heutzutage, werden zu höheren Staatsdefiziten und - verschuldung führen, und die Währung wird sich wie gewünscht abschwächen. Allerdings nicht so sehr wie der Euro, der an den ähnlichen Krankheitsymptomen leidet wie der US-$. Am Ende steht die Schweiz möglicherweise wie Japan da - nur ohne Meer drum herum. Das einzig Erfreuliche an diesem Szenario ist, dass wir hier wenigstens keine Tsunami zu befürchten haben werden - gottlob!
Wenig Alternativen für die Schweiz
Es war sicher kein leichter Entscheid für die Nationalbank und ich bin mir nicht sicher, ob sie ausreichend Devisenreserven hat, um den Franken gegen gezielte Spekulation auf diesem Niveau zu halten. Andererseits sind kaum Alternativen verfügbar. Fixe Wechselkurse könnten prinzipiell eine Lösung sein, aber die könnte man nicht im Alleingang einführen.
oder wetten die gegen die Euro-Zone ? Die drucken sich Franken um Eure Bundes-
schaetze zu kaufen und konterkarieren damit die -umstrittene- Politik der EZB , die italienische BtP kauft um den spread zu begrenzen. Italien kommt bis Jahresende mit weiteren Bonds fuer 139 Milliarden an den Markt; wielange reicht denn der Sprit der EZB, um den italienischen Zweitmarkt zu pflegen ?
Lieber Herr Dunsch, ich genieße regelmäßig Ihre profunden Artikel über
unsere lieben Nachbarn. Ich stimme Ihnen zu, daß die SNB hinsichtlich der Kursgrenze
von 1,20 ein schweres Los gezogen hat. Aber bitte: Glauben Sie, daß die swatch
group, die Chemie, Migros, COOP, der Tourismus, die Hotelerie und weitere Konzerne tatenlos zusehen, wie ihre Kunden im 30 - 40% günstigeren Euroraum einkaufen/übernachten/Ferien machen können. Ich hab einen Baseler Freund, der
seine Uhr und seinen Porsche natürlich im EU Raum einkauft.
Ich schätze die Schweiz sehr, aber es darf nicht passieren, daß die Wirtschaft aus-
blutet. Wir werden AUF JEDEN FALL im kommenden März wieder in Zermatt sein!
Jürgen Dunsch Jahrgang 1948, Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.
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