01.05.2009 · Barack Obama hat nicht geblufft: Er hat den Autohersteller Chrysler in die von ihm angedrohte Insolvenz stürzen lassen. Eine Traditionsadresse der amerikanischen Autoindustrie muss jetzt den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Was dann kommt, ist unberechenbar.
Von Roland LindnerBarack Obama hat nicht geblufft: Der amerikanische Präsident hat den Autohersteller Chrysler in die von ihm angedrohte Insolvenz stürzen lassen. Chrysler hat in den vergangenen Tagen und Wochen fieberhaft versucht, die von Obama gestellten Bedingungen für weitere Staatskredite zu erfüllen und damit ein Insolvenzverfahren abzuwenden.
Es gab auch gewaltige Fortschritte, aber am Ende der von Obama gesetzten Frist blieben eben noch einige ungelöste Posten, darunter eine Gruppe kleinerer Gläubiger, die sich gegen eine Vereinbarung zum Schuldenabbau sträubten. Eine Traditionsadresse der amerikanischen Autoindustrie muss jetzt den Gang zum Insolvenzrichter antreten.
Kooperation mit Fiat
Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Insolvenz von Chrysler unausweichlich war und am Ende mit ein paar renitenten Gläubigern nicht allzu viel zu tun hatte. Die Regierung hat schon seit Wochen durchsickern lassen, sie sehe ein Insolvenzverfahren als bestes Instrument der Restrukturierung, nicht nur für Chrysler, sondern auch für den Opel-Mutterkonzern General Motors.
Auch der designierte neue Chrysler-Partner Fiat machte zuletzt beinahe den Eindruck, er würde eine Insolvenz herbeiwünschen. Die Italiener sagten schulterzuckend, die Allianz sei unabhängig von einer Insolvenz. Es mag auf den ersten Blick eigenartig erscheinen, wenn ein Unternehmen sich auf eine Partnerschaft mit einer Pleiteadresse einlassen will. Aber Fiat dürfte darauf setzen, dass Chrysler in einem Insolvenzverfahren aggressivere Mittel zur Restrukturierung hat. So wird es leichter sein, das Händlernetz zu reduzieren und Verbindlichkeiten abzustreifen.
Die Verbindung zu Chrysler könnte auch für Fiat zu einem Albtraum werden
Und doch ist ein Insolvenzverfahren ein riskantes Unterfangen. Die Regierung beschreibt eine Insolvenz von Chrysler (und womöglich später auch für General Motors) in optimistischen Tönen als einen „chirurgischen“ Prozess, der das Unternehmen im Schnellverfahren restrukturiert und wiederauferstehen lässt. Insolvenzverfahren sind aber grundsätzlich unberechenbar und können sich in die Länge ziehen, wenn Gläubiger und andere Interessengruppen Widerstand leisten. Die Verbindung zu Chrysler könnte dann auch für Fiat zu einem Albtraum werden.
Diese Allianz von Chrysler und Fiat muss sich ohnehin erst einmal bewähren. Die Regierung stellt die Kombination als eine Art Allheilmittel für Chrysler dar. Dabei sollte man nicht vergessen: Beide Unternehmen haben desaströse transatlantische Partnerschaften hinter sich - Chrysler mit Daimler und Fiat mit General Motors. Es ist zumindest Skepsis angebracht, ob Chrysler und Fiat zusammen gelingt, was sie mit anderen Partnern nicht geschafft haben.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.391,59 | +1,08% |
| Dow Jones | 12.543,00 | +0,71% |
| EUR/USD | 1,2533 | −0,07% |
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| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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